ein Stamm, der viel Negerblut in sich aufgenommen hat. Sie sind Viehzüchter, treiben aber auch Jagd, um Fleisch und Häute sowie gelegentlich Elfenbein zu gewinnen. Obwohl sie über gute Pferde verfügen, dient ihnen als Tragtier der Ochse.

Unter allen Stämmen ist es üblich, die Braut zu kaufen; der Brautpreis besteht fast nur aus Vieh und beträgt bei den Dinka etwa zehn Kühe. Je reicher ein Mann ist, um so mehr Frauen kann er sich leisten; daher findet man die meisten Frauen auch bei den ältesten Männern, was vielfach zu ehelicher Untreue führt. Während der Verlobung bleibt das junge Dinkamädchen so lange im Hause ihrer Mutter, bis der Brautpreis von ihrem Zukünftigen voll ausgezahlt ist. Nach Erledigung dieses Geschäftes stiftet der Vater des Mädchens einen Ochsen, der geschlachtet und verzehrt wird; auch ein Tanz findet aus diesem Anlaß statt. Abends wird die Braut in das Haus der Mutter des Bräutigams geführt. Dieser schlachtet nun gleichfalls einen Ochsen und bestreicht mit dem Inhalt des Dickdarms Brust und Schultern des Mädchens. Damit scheint der Hochzeitszeremonie Genüge geschehen zu sein.

Phot. C. G. Seligmann.

Abb. 109. Eine Nubafrau von Tasumi.

Die Nuba pflegen ebenso wie die eigentlichen Niloten den Kindern die unteren Schneidezähne auszubrechen und die Unterlippe zu durchbohren; durch die Öffnung wird ein Quarzstift gesteckt, der sich beim Sprechen beständig bewegt.

Phot. C. G. Seligmann.

Abb. 110. Grabmal eines Heiligen am Dschebel Gule.

Die Bergnuba im Gebiet zwischen dem Weißen und Blauen Nil sind zwar noch nicht unbedingte Anhänger des Islams, aber gelegentlich bringen sie doch auch dem Grabmal eines mohammedanischen Heiligen Opfer dar.