Abb. 125. Ein Nkindufetisch vom unteren Kongo.

Er ist ganz mit Nägeln bespickt, die ihm zum Dank für empfangene Wohltaten eingeschlagen wurden.

Die Fetische ([Abb. 125], [132], [133], [134] und [140]) sind von mancherlei Gestalt. Jeder Medizinmann oder Hexendoktor besitzt ein Bündel mit Zaubermitteln, von denen er annimmt, daß die Geister mit Vorliebe darin Wohnung nehmen, oder einen Beutel mit Dingen, die sie gern verspeisen. Um den Geistern eine Freude zu bereiten, werden diese Sachen in ein Fetischbildnis getan; dadurch erreicht der Zauberer, daß der Geist sich fortan in dem Fetisch aufhält und daß er ihn unter besonderer Aufsicht hat. Jeder Medizinmann muß einen solchen Fetischbeutel haben. Dieser enthält eine Mischung aller Zaubermittel, die einem bestimmten Geist gegenüber für wirksam gelten; je nach der Krankheit, auf die man ihm Einfluß zuschreibt, ist der Inhalt des Beutels verschieden. Er setzt sich demnach aus allen möglichen Dingen zusammen. Einer, den Doktor Bentley untersuchte, enthielt Federn von der Brust und den Flügeln eines Perlhuhns, zwei kleine Stücke Leopardenfell, einen Hirschkäfer, ein paar Perlen, Eisensteinspäne, einen Skarabäus, zwei kleine Kieselsteine und eine blaue Kalabarbohne. Die meisten Hexendoktoren des unteren Kongo ziehen Fetischgötzen vor, da sie sich bequemer tragen lassen als die Beutel, die oft groß und von ziemlichem Gewicht sind. Das Bildnis ist ein gewöhnliches Stück Holz, das eine grob geschnittene menschliche Person, Mann oder Frau, gelegentlich auch ein Tier darstellt und in seinem Inneren ein Teilchen von jedem Zaubermittel aus dem Fetischbeutel birgt; dadurch erhält es seine Kraft. Wenn nun ein Laie ein Zaubermittel zu kaufen wünscht, dann geht er zu einem Medizinmann, der einen mit den erforderlichen Eigenschaften ausgestatteten Fetisch besitzt, und erwirbt diesen für sich. Hat er die verlangte Gebühr dafür entrichtet, so nimmt der Medizinmann winzige Teilchen von allen Mitteln aus seinem Beutel, mischt sie gründlich und tut sie in ein kleines Horn, eine Muschel oder in einen Götzen; diesen Gegenstand überläßt er dann seinem Kunden. Das Horn wird als Schutzmittel getragen und kostet nicht viel. Die Muschel ist schon teurer, weil sie mehr Wirksamkeit besitzt; ihr Besitzer trägt sie entweder in seinem Schultersack mit sich herum oder läßt sie auch zu Hause, da sie auf jede Entfernung hin für ihn wirksam sein kann. Das teuerste ist aber der Fetischgötze, da er sozusagen die gleichen Fähigkeiten besitzt wie des „Doktors“ Fetischbeutel selbst; ihm wird die Eigenschaft zugeschrieben, er könne alles das bewirken, was sein Besitzer von ihm verlangt.

Phot. H. Sutton Smith.

Abb. 126. Yakusu bei der Herstellung ihrer Haartracht.

Die Muster werden mit einem kleinen Rasiermesser von einheimischer Arbeit ausrasiert.

Phot. A. Billington.

Abb. 127. Ein Batekehäuptling.