Phot. Roald Amundsen.
Abb. 160. Eskimofrau mit Armtatauierung.
Tatauierungen kommen nur bei einem Teil der Eskimo vor.
Hochzeitsgebräuche kennen die Eskimo nicht; die Ehe ist bei ihnen eine ganz nüchterne Sache. Braucht ein Mann eine Frau, so holt er sich einfach eine, die nun ihm gegenüber die eheliche Pflicht erfüllt; besondere Förmlichkeiten finden nicht statt. Wenn der Mann mit seiner Frau nicht zufrieden ist, so schickt er sie wieder nach Hause und versucht es mit einer anderen, oder er behält sie wohl auch bei sich, nimmt aber neben ihr eine zweite Frau. In diesem Falle erhält die zweite die Stellung einer Konkubine, rückt aber, falls die erste Frau sterben sollte, an deren Platz. — Polygamie ist nichts Ungewöhnliches. Auch ein Austausch von Frauen kommt vor. Als genügende Mitgift gilt es, wenn die Frau ihre Kleidung, eine Lampe und ein Messer mitbringt. Trotz der geschilderten leichten Art, Ehebündnisse zu schließen, legen die Eskimo großen Wert auf Verwandtschaft. — Das Los der Eskimofrau ist kein freudevolles, denn in ihrer häuslichen Beschäftigung steckt recht viel Arbeit. So muß sie die Felle zubereiten, um daraus Kleider zu machen. Die abgezogenen Seehundsfelle werden zu diesem Zweck zunächst mit dem Weibermesser und Schabern bearbeitet, gegerbt, gewalkt und geschmeidig gemacht, wobei die Frauen sie nicht selten mit den Zähnen kauen. Behandeln die Frauen das schwer zu bearbeitende Material, wie es oft vorkommt, andauernd auf diese Weise, so werden die Zähne vielfach bis auf das Zahnfleisch abgenutzt. Darauf werden die Felle zu Kleidern zurechtgeschnitten, und diese mit Knochennadeln und Seehunddarmstreifen zusammengenäht.
Mit Erl. der Mährischen Mission.
Abb. 161. Ein einsames Grabmal.
Der bescheidene Besitz des Toten wird neben das Grab gelegt.