Abb. 164. Der Komatik oder Hundeschlitten,

das Beförderungsmittel der Eskimo zu Lande. Die Zughunde werden mit außerordentlich langen Peitschen gelenkt.

Die Eskimo sind dem Untergang geweiht. Sie erreichen in der Regel kein hohes Alter, da ihr harter Kampf ums Dasein und im besonderen die oft unzureichende Nahrung manches Opfer unter ihnen fordert. Die Schwindsucht hat schon viele dahingerafft. — Die Leichen werden entweder in die Erde begraben oder in die See geworfen. Die Habe des Verstorbenen wird entweder auf dem Strande niedergelegt oder auf seinem Grabe ([Abb. 161]); man tut dies einmal, um nicht mehr an den Toten erinnert zu werden, und zum anderen, weil man annimmt, daß er sein Eigentum in der Geisterwelt gebrauchen könne. In früheren Zeiten wurde die Leiche in Häute eingewickelt und auf kahle Felsen gelegt; die Kleider und die einfachen Gegenstände, die der Tote bei Lebzeiten benutzt hatte, wurden ihm mitgegeben. Bei manchen Stämmen ist dies noch heute Sitte. Unter den mehr zivilisierten Stämmen werden Holzkisten, die man sich von Händlern beschafft, zu Särgen verwendet. Das Holz ist bei den Eskimo sehr rar und daher sehr gesucht; die wichtigste Quelle bildet das Treibholz von untergegangenen Schiffen. Die auf die angegebene Art beschafften Särge werden nur wenig tief in die Erde begraben, so daß es nicht selten vorkommt, daß die Hunde der Eskimo sie ausgraben und bei ihrer Gefräßigkeit die Leichen auffressen ([Abb. 163]), zumal es ihnen ohne Schwierigkeit gelingt, die in Ermangelung haltbarer Särge als Notbehelf dienenden schwachen Kisten zu erbrechen. Die Gewohnheit des Umherziehens bringt es mit sich, daß die Eskimo den Ort, an dem ein Begräbnis stattgefunden hat, nach kurzer Zeit verlassen, so daß die Hunde dann bald an ihre Arbeit gehen können. Diese Tiere, halb Wolf, halb Hund, sind sehr gefährlich und heimtückisch und fallen gelegentlich auch Menschen an. Ganze Menschenalter hindurch waren sie Freunde und Genossen der Eskimo in Labrador und wurden hauptsächlich als Vorspann der Schlitten verwendet ([Abb. 164]), sie werden aber neuerdings mehr und mehr durch das Renntier verdrängt, das von der Regierung in das Land eingeführt wurde. Der Vorteil des Renntiers besteht darin, daß es sich nicht nur als Zugtier bei den häufigen Reisen der Eskimo bewährt hat, sondern ihnen durch sein Fleisch auch eine willkommene Abwechslung in der Ernährung bietet.

Phot. Dr. S. K. Hutton.

Abb. 165. Eskimokinder beim Schlittenfahren.

Die dem ganzen Volke eigene Heiterkeit kommt dabei recht zur Geltung.

Phot. George Wharton James.

Abb. 166. Die Teilnehmer an einem Schlangentanz bei den Hopi (Schlangen- und Antilopenmänner).