Die große Maske zu seiner Linken stellt Lthwogie, den Räuber unartiger Kinder, dar.
Die Pueblos weisen eine ganz besondere Kultur auf, für die unter anderem die Bauart ihrer Siedelungen bezeichnend ist. Es sind dies die sogenannten Dorfhäuser auf isolierten Plateaus ([Abbildung 173]) oder auch in der Ebene, die einen ganzen Stamm beherbergen (deswegen Pueblos genannt) und daher aus zahlreichen einzelnen Zellen sich terrassenartig und gleichzeitig reihenweise über-, neben- und untereinander aufbauen; der Zugang zu ihnen ist nur auf Leitern möglich. Die Pueblos betreiben Ackerbau; einige Stämme verfügen über eine hochentwickelte Fertigkeit auf dem Gebiete der Flechtkunst, Weberei und Keramik (Hopi) ([Abb. 174] und [175]). Eigenartig ist das Verfahren der Puebloindianerinnen beim Frisieren des Haares ([Abbildung 176] und [177]).
Die nordamerikanischen Indianer glauben, sofern sie nicht zum Christentum übergetreten sind ([Abb. 178] und [179]), an eine Welt von Geistern, die der durch die fünf Sinne sich offenbarenden materiellen Welt nach ihrer Meinung übergeordnet ist. Die Geister ([Abb. 180]) befinden sich überall: in der Erde, in der Luft, im Feuer und im Wasser, wie überhaupt in allem, was von diesen vier Elementen umschlossen ist. Townshend führt hierfür eine interessante Beobachtung an. Er versuchte einmal einem Navajo einen neuen Bogen, den dieser sich selbst angefertigt und bereits zu einem glücklichen Schuß auf einen Hirsch benutzt hatte, abzukaufen, erhielt aber eine abschlägige Antwort. Der Indianer wollte ihn auf keinen Fall abgeben, denn, wie er sagte, besitze sein neuer Bogen, obwohl seiner Hände Werk, jetzt einen eigenen Geist, und der erste Schuß habe ihm bewiesen, daß dieser ihm freundlich gesinnt sei; daher getraue er sich nicht, sich von dem Bogen zu trennen. Dieser Mann erkannte wohl die guten Eigenschaften des Bogens, wie seine gelungene Form, die Straffheit seiner Sehne und die Dehnbarkeit an, dachte sich aber dahinter in dem Bogen ein Wesen mit einem, seinem eigenen ähnlichen Empfinden, das imstande und auch gewillt sei, ihm auf der Jagd zu helfen und unter Umständen zu schaden. In ähnlicher Weise denken sich die Indianer die ganze Welt um sich her von unzähligen Geistern bevölkert, deren Verhalten gegen sie von ganz unberechenbarer Bedeutung sei.
Phot. Dr. W. R. Shufeldt.
Abb. 169. Paul Showeway, Häuptling der Cayusen.
Die Cayusen sind ein kleiner, aber tapferer Stamm der Oregonindianer, der jetzt größtenteils in die Nez Percés und Wallawallas aufgegangen ist.
Phot. Wm. Rau, Philadelphia.
Abb. 170. Indianisches Zeltlager.