Zum Fortschaffen der Lasten dient eine eigenartige Vorrichtung: zwei sich vor dem Sattel des Pferdes kreuzende lange Stangen laufen an den Seiten des Tieres entlang und sind an ihrem hinteren Ende mit einer aus Querhölzern gebildeten Trage versehen.

Phot. The Exclusive News Agency.

Abb. 171. Zelte der Schwarzfußindianer.

Sie wurden früher aus Büffelfellen, jetzt aus Stoff hergestellt; die Spitzen der Zelte sind von dem aus ihnen aufsteigenden Rauch geschwärzt. Auf dem Bilde bewegt sich zwischen den Zelten hindurch ein Trauerzug.

Die Algonkinsprache besitzt ein Wort manito oder manitou, das man oft als eine verallgemeinernde Bezeichnung anwendet, um damit die Summe der geheimnisvollen Mächte hinter der sinnlichen Welt auszudrücken. Kitchi Manitou oder großer Geist faßt man dann gleichsam als gleichbedeutend mit Gott auf. Inwieweit dieser Gedanke an einen großen Geist, der alle übrigen in sich einschließt, auf christliche Lehren, die die Missionare im Lauf der Jahrhunderte übermittelten, zurückzuführen ist, läßt sich schwer sagen. Die Vorstellung von einem großen Geist ist aber zweifellos unter den Indianern weitverbreitet, und je höher ein Stamm entwickelt ist, um so deutlicher tritt sie in die Erscheinung. Doch gilt dieser große Geist nicht immer für so gütig, wie er mächtig ist. Die Sioux- und Foxindianer schildern Kitchi Manitou in ihrer großartigen Schöpfungssage als ein Wesen, das seine Kinder erschlagen ließ aus Furcht vor ihrer Rivalität und zur Strafe dafür in eine Indianerhütte an der Küste des Weißen Stromes am Firmament (unsere Milchstraße) verbannt wurde. Sein ihn überlebender Sohn Wi-sa-kae machte die üblichen Abenteuer eines Kultheros durch: er versuchte auf den Flügeln des Bussards, der damals so bunte Farben wie ein Papagei trug, zu seinem ihm befreundeten Ahn, der Sonne, aufzufliegen. Der hinterlistige Bussard glitt aber unter ihm weg, und der Held fiel auf die Erde, wobei er nur mit knapper Not der Gefahr entging, in Stücke zerschlagen zu werden. Zur Strafe wurde das ganze Bussardvolk dazu verurteilt, Erdarbeiten zu verrichten, um die Erde für die Menschen, die Wi-sa-kae zu erschaffen gedachte, vorzubereiten. Auch haben von der Zeit an die Bussarde ihre prächtigen Farben verloren und sind dem Haß und der Verachtung der Menschen preisgegeben. Darauf schuf Wi-sa-kae aus roter Erde die Menschheit, lehrte sie allerlei Künste und Tänze und machte sie mit der Jagd und dem Maisbau bekannt, überhaupt mit allem, was zu ihrem Glück nötig war. Als er dies alles getan hatte, sagte er den Menschen lebewohl und teilte ihnen zugleich mit, daß er nach dem Norden gehe und in Eis und Schnee sich eine Hütte bauen wolle; er werde sie aber alljährlich beim ersten Schneefall wieder besuchen und eines Tages in seiner eigenen Gestalt, doch in Jugend und Schönheit, wieder vor ihnen erscheinen, um die Menschen dann in das glückliche Land im Westen zu führen, wo sein Bruder über die Geister ihrer Ahnen regiere; darauf werde er selbst wieder umkehren und die Welt, aus der er sie fortgeleitet hätte, zerstören. Diese Erwartung der Wiederkunft des Helden besteht bei den Indianerstämmen fast durchweg. Wie man in Europa während des Mittelalters von der Wiederkehr des Königs Artus, Karls des Großen und Barbarossas träumte, so erhofft der Indianer Nordamerikas fast täglich das Wiedererscheinen des Wi-sa-kae. Townshend beobachtete, wie die Pueblos jeden Morgen, in ihre Decken gehüllt, auf den flachen Dächern ihrer Häuser standen und Ausguck nach Osten hielten, von wo sie den Messias, der von ihnen gegangen, zurückerwarteten. Von Peru, Yukatan und Mexiko an bis zu den Jagdgründen des weiten Nordens warten die Indianer auf die Wiederkehr ihres halbgöttlichen Heros, der sie die Künste des Friedens und des Krieges lehrte. Nicht immer aber wird dieser Held für so wohlwollend und gerecht gehalten, wie die Sioux den ihrigen hinstellen; die Indianer schufen sich eben ihre Götter nach ihrem eigenen Ebenbild, und so war ihr Held nur zu oft mit denselben Tugenden und Lastern ausgestattet wie die Indianer selbst.

Nach einem Gemälde von F. Seth.

Die Flötenzeremonie oder Lenya der Hopi-Indianer.

Diese ganz verwickelte heilige Handlung nimmt neun Tage in Anspruch, deren letzter Tihune heißt, und wird in Walpi sowie in vier anderen Bezirken der Hopi begangen.