Phot. R. B. Townshend.
Abb. 180. Indianischer Teufel.
Holzfigur mit beweglichen Gelenken. (Skeenariver, Britisch-Kolumbien.)
Die kurze Skizze, die im vorstehenden von den religiösen Ansichten der nordamerikanischen Indianer entworfen wurde, gibt bei weitem keine erschöpfende Darstellung dieser Verhältnisse; sie sind viel zu verwickelt und zu verschieden, als daß man sie auf wenigen Seiten abtun könnte. Aber sie dürfte genügen, um einen ungefähren Überblick zu gewähren. Im Anschluß hieran seien dem Totem- und Clanwesen der nordwestlichen Jäger- und Fischerindianer noch einige Worte gewidmet. Bei ihnen zerfällt jeder Stamm in eine Reihe von matriarchalischen Clans oder Sippen mit je einem festen Totem. Unter einem Totem wird ein bestimmtes Tier (viel seltener eine Pflanze) verstanden, zu dem sein Besitzer in einem verwandtschaftlichen Verhältnis zu stehen glaubt, insofern er es für seinen Ahnherrn hält. Die Bilder des Totems, meistens ein Bär, Wolf, Adler, Rabe, Biber oder Walfisch, werden auf allen möglichen Gebrauchsgegenständen, Werkzeugen, Booten, Häusern und so weiter entweder in Malerei oder in erhabener Arbeit angebracht, ja selbst auf dem Körper eintatauiert. Vor den Häusern der Häuptlinge werden mächtige, bis zu zwanzig und mehr Meter hohe, längsgeteilte Stämme aus Zedernholz errichtet, die auf ihrer Rundseite mit allerhand Tieren in erhabener Darstellung bedeckt sind, sogenannte Totem- oder Wappenpfähle ([Abb. 192]). Diese Darstellungen beziehen sich auf den mutmaßlichen Ahnherrn und die verschiedensten Totemtiere aus der Sage des Clans; das oberste Bild gibt das Totemtier des Besitzers, das darunter befindliche das seiner Frau wieder. Die Sage des Clans kommt übrigens auch in dramatischen Veranstaltungen der Stämme zum Ausdruck. Clans, die dasselbe Totem besitzen, gelten als unter sich verwandt, selbst wenn sie verschiedenen Stämmen angehören; ihre Mitglieder dürfen nicht untereinander heiraten, sondern sich nur mit Angehörigen fremder Clans verbinden. Das Kind gehört dem Geschlecht der Mutter an (Matriarchat).
Phot. Underwood & Underwood.
Abb. 181. Ein Hopipriester in der Tracht eines Katschinatänzers.
Der Katschinatanz wird zu Ehren der Ahnen ausgeführt. Die Maske mit dem hohen Aufsatz ist diesem Tanz eigentümlich; der Lendenschurz hat symbolische Bedeutung. Zu der Rechten trägt der Tänzer eine Kürbisrassel.