Phot. George Wharton James.
Abb. 188. Flötentanz der Hopi,
der jährlich mit dem Schlangentanz abwechselt. Er dauert neun Tage und soll die Götter für die Ernte günstig stimmen. Ein Priester führt einen Zug Weiber zu einem Schrein.
Für gewöhnlich pflegen die Indianer ihren Kindern sogleich nach der Geburt oder doch nur kurze Zeit danach einen Namen zu geben, manchmal allerdings erst bei der Entwöhnung. Auch wird der ursprüngliche Name gelegentlich geändert, zum Beispiel bei Eintritt der Mannbarkeit oder eines ungewöhnlichen Ereignisses oder infolge besonders hervorragender Eigenschaften des Betreffenden. Maßgebend für den dem Kinde beizulegenden Namen sind entweder feste Regeln (in bestimmter Aufeinanderfolge) oder die Namen gewisser Tiere beziehungsweise von Teilen solcher und ihren Eigenschaften, wie roter Fuchs, weißer Marder und so weiter. Die Foxindianer legen ihren Kindern Namen bei, die zu dem Stamme des Vaters in Beziehung stehen; ist ein Stamm zum Beispiel dem Adler zugeordnet, so erhalten die Kinder Namen wie „Grauer Adler“, „Habicht“, „Große Feder“, „Großer Schnabel“ und so fort.
Phot. George Wharton James.
Abb. 189. Antilopenaltar in einer Antilopenkiwa zu Walpi.
Er besteht aus Figuren, die in feierlicher Weise aus braunem, rotem, weißem, gelbem, grünem und schwarzem Sand zusammengesetzt werden. Die Zickzacklinien stellen den regenbringenden Blitz dar. Um den Altar her stehen Sinnbilder, Fetische, Bahos (zwei durch ein Federbündel miteinander verbundene Gebetstöcke), Gefäße mit geweihtem Mehl, Klappern und ähnliche Gegenstände.
Sehr verbreitet ist unter den nordamerikanischen Indianern die Unsitte der Schädelverunstaltung bei Kindern. Allerdings ist diese oft genug nicht beabsichtigt, sondern rührt von der eigentümlichen Form der Wiegen her, in denen die Frauen ihre Kleinen unterbringen und beständig belassen. Meistens sind diese Wiegen trogartig ausgehöhlte Brettchen, auf denen das Kind in ausgestreckter Haltung mit Riemen oder Bindfäden festgeschnürt wird. Einer dieser Querriemen pflegt auch über die Stirn beziehungsweise über ein auf ihr ruhendes Polster geführt zu werden, ein Kissen von Gras oder auch ein dreieckiger Klotz mit aufgerichteter Kante als Stützpunkt für den Nacken des Kindes zu dienen. Die Mutter führt ihr in solcher Wiege fest verschnürtes Kind gewöhnlich mit sich, wobei sie es an einem um ihre eigene Stirn gehenden Riemen oder an Achselbändern auf dem Rücken trägt; bei der Arbeit stellt sie die Wiege mit dem Kinde neben sich oder hängt sie am nächsten Baume auf. Zu Hause stellt sie sie an dem Pfosten der Hütte hin. Auf jeden Fall wird das Kind beständig in senkrechter Stellung gehalten und, damit es nicht rutscht, festgebunden; die Mutter pflegt es nur für kurze Zeit aus seiner Umschnürung herauszunehmen. Es leuchtet ein, daß durch eine derartige Vorrichtung auch die Form des kindlichen Kopfes beeinflußt werden muß, zumal wenn dieser als Schirm gegen die Sonnenstrahlen noch ein hartes Schutzdach erhält, das dem Schädel ebenfalls fest angepreßt wird. Die so entstehende Form läßt den Kopf von vorn nach hinten zusammengedrückt, abgeflacht und nach oben zu keilartig verlängert erscheinen. Zum Teil hilft man sogar einer derartigen Verunstaltung noch absichtlich nach, wenigstens wird von einer Reihe nordamerikanischer Stämme (zum Beispiel den Tschinuk, Natchez, Creeks, Maskoki, Athacapenen und anderen) berichtet, daß sie die Binden um den Kopf von Zeit zu Zeit immer fester anziehen. Ein Stamm der Selisch, bei dem die Schädelverunstaltung ganz besonders auffiel, wurde früher von den Europäern deswegen die Flatheads oder Flachköpfe genannt.