Nikolai-K. Von der rom. Anlage des 13. Jh. die unteren und mittleren Teile der westl. Doppeltürme. Letzte Überarbeitung 1752. An der NSeite ein schöner rom. Kopf eingemauert. — Chor 1386.

Petri-K. Von der rom. Anlage im SO der »Hahnen-Turm« erhalten; sonst Neubau 1401 und 1728.

Thümerei (Chorherrenhof), 1484. Im Erdgeschoß schön gewölbte Räume, im Obergeschoß kunstvoll behandelte Balkendecken mit Holzpfll. Das Äußere wenig verändert; in den Fenstern Vorhangbgg.; Stuckfries mit Maßwerk- und Blumenmuster beschädigt.

Schloß Freudenstein. Gründung des 12. Jh. Neubau 1566 ff. durch Hans Irmisch, seit 1572 unter Gf. Rochus v. Linar. An der künstlerischen Ausstattung waren der Hofmaler H. Göding und der Lütticher H. Schröer beteiligt. Im 18. Jh. verfallen, im, 19. Militärmagazin.

Rathaus. 1410, nach Brand 1471 verändert.

Kaufhaus. Schönes Portal 1545, noch wesentlich im Sinne lombardischer Ornamentik. Trinkstube 1545.

Bürgerhäuser. Spgot.: Petristr. 1, 46; Burgstr. 12, 21; Petriplatz 10; Kesselgasse 24 von 1534. — Renss.: Obermarkt 3; Untermarkt 16, Innenraum 1510; Obermarkt 1 17. Jh.; Eibische [pg 127] Str. 7, Kirchgasse 11 Bergamtshaus; Obermarkt 17 mit wertvollem Portal um 1530-40; Donatsgasse 8 bez. 1553; ebenda 23 bez. 1561; Burgstr. 7 von 1616 mit Erker und schöner Wendeltreppe; ebenda 9 von 1617.

Museen: K. Albert-M., M. d. Altertums-Ver.

Südl. vor der Stadt die drei Kreuze, die Körper jetzt im Alt.-V. Altvaterwasserleitung über das Muldetal, M. 17. Jh.

FREIBURG A. UNSTRUT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt. Stadt-K. U. L. F. etwa 1210-30, im 14. und 15. Jh. teilweise got. umgebaut. Die K. ist nicht groß (ganze L. ursp. 37 m), aber durch die Anlage als kreuzf. Basilika mit Vierungs-Turm und westl. Doppel-Türmen, sowie durch die Energie der (im ganzen an die OTeile des Naumburger Doms erinnernden) Formensprache von nachdrücklicher Wirkung. Die Hauptapsis in zierlicher Gotik erneuert um 1400; das Netzgwb. erstreckt sich in den alten rom. Vorderchor; die Kreuzarme flachgedeckt. Erhalten hat sich eine der kleinen rom. Nebenapsiden, in der Außenarchitektur besonders wuchtig und gedrungen. Niedriger vierseitiger Zentral-Turm mit (rheinischem) Rhombendach zwischen den 4 Giebeln. Ein charakteristisches Formelement die rautenförmigen Öffnungen in den Turm- und Querschiffgiebeln (Naumburger Einfluß), im Kleinen wiederkehrend in den Bogenfeldern der gekuppelten Fenster. Das Lhs. got. Hallenkirche unter Bewahrung der rom. Jochteilung; an der Umfassungsmauer noch der rom. Sockel beibehalten und der rom. Bogenfries des Msch. wiederverwendet. Ganz rom. die über die Fluchten des Lhs. seitlich vortretenden WTürme, fast genaue Wiederholungen des Naumburger OPaares in ihrer ursp. Gestalt; sie dürfen unter die vornehmsten Architekturbilder, die Thüringen zu bieten hat, gerechnet werden. Im Einzelnen bemerke man, daß vom STurm die Fenster des ersten Fenstergeschosses frgot. sind (nach dem Muster des Naumbg. WBaues, also nicht vor 1250), um dann wieder zum rom. Schema zurückzukehren. Zwischen den Türmen springt jetzt ein einfach gehaltenes got. Paradies vor, nach 3 Seiten offen. — Im SKreuz jetzt ein vermauert vorgefundenes rom. Tympanon, Maria zwischen 2 rauchfaßschwingenden Engeln, nach den engen, parallelen Wulstfalten zu schließen E. 12. Jh., großes Kind, Muschelnimben. Im Qsch. gut erhaltener spgot. Schnitzaltar. Im Altarhaus bmkw. Tafel mit h. Sippe. Taufstein mit Puttenfries um 1600 (vgl. Markrölitz). Zahlreiche Bildnisgrabsteine, bmkw. das des Ritters v. Taubenheim 1536 in frührenss. Umrahmung.