Franziskaner-K. Erste Ordensniederlassung 1221. Die gegenwärtige K. eine ursp. flachgedeckte got. Basilika aus 2. H. 13. Jh. Der gewölbte Chor, größer als der erste, gegen 1289 hinzugefügt. Veränderungen unter Bischof Julius: Einziehung von Gwbb. (in Netzform) 1611-14, alle 3 Schiffe unter ein gemeinschaftliches Dach gebracht, die Fenster (mit Ausnahme derer am O- und WSchluß) verändert. Vom frgot. Bau geblieben: der Gr. (das 3sch. Lhs. 35 m l., der 1sch. Chor 22,5 m l), das Mauerwerk und die (6) Arkaden des Msch. Sie zeigen die got. Formen in der für die Bettelorden charakteristischen äußersten Vereinfachung: gemauerte Rundsll., 8eck. Sockel, glatte Kelchkaptt., 4eck. Deckplatten, Bogenleibungen glatt bis auf die Abfasung der Ranken, die Oberfenster kreisrund mit Vierpaß. — Traurige Rest. 1882. — Der geräumige Kreuzgang um 1300 bereits in reicherer Behandlung. — Die beträchtliche relative Höhe der Ssch. schon im ursp. Querschnitt. — Die Valentins-Kap. an der SSeite, eine sehr alte Gründung, von Bischof Julius nachgot. umgebaut. Über ihr ein reich stuckierter Prunksaal, der vor der Erbauung der Universität den akademischen Festlichkeiten als Aula diente. — An der steinernen Mensa des Hochaltars Metallplatten mit frgot. Schmelzarbeit, meist Tierbilder nach dem Physiologus. Auf einem Seitenaltar eine Pietas von Riemenschneider (?). — Bmkw. Meßgeräte 18. Jh. — Grabmäler: Bildnisplatte des Weihbischofs Georg Antworter † 1499, keine von den guten Arbeiten der Zeit. Im Schiff die Frau des Schultheißen Zingel † 1407. Dann im guten Würzburger Durchschnittscharakter mehrere Rittergrabsteine: Balthasar v. Zingel † 1493; Truchseß v. Wetzhausen † 1513, Hans v. Grumbach † 1529, Peter v. Randersacker † 1540. Schönes kleines Kinderepitaph 1582 für eine Echter v. Mespelbrunn. Großes prachtvolles Wandgrab des Heinrich Zobel v. Giebelstadt † 1589 mit Frau und 11 Kindern. Ein ähnliches für die Familie v. Thüngen 1625 v. Mich. Kern. — Außen an der K. Ölberg von Georg Riemenschneider.

Deutschhaus-K. (Militärmagazin). Der früheste got. Bau in Würzburg (an Stelle einer staufischen curia regia, zu welcher der erhaltene rom. WTurm in Beziehung steht), beg. nicht lange vor 1280, die WTeile nach 1296. — 1sch. Anlage von 7 [pg 443] Jochen mit polyg. Schluß. Am 4. Joch tritt ein Wechsel der Formen ein. Der ältere Teil mit Wimpfen, der jüngere mit Oppenheim verwandt. Reiche Schlußsteine, Blattmasken und Figürliches, das letztere von sehr guter Hand. Dagegen das Portal (S) ohne Plastik, nur in eleganten Architekturformen.

Dominikaner (Augustiner)-K. Erste Niederlassung 1228. Der jetzige Bau ein Neubau von Balthasar Neumann 1744, bei dem der got. Chor (von 1308) beibehalten, nur dekorativ umgestaltet wurde. Das Lhs., eine hochstrebende Pfl.Basilika, hat für das Bar. ungewöhnliche Proportion; Neumann selbst erklärt: »Die Kirche, daß sie so hoch muß werden, obliegiert der schöne alte, gut gewölbte Chor«. Es ist möglich, daß Neumann auch den got. Gr. vollständig beibehalten hat. Die Dekoration ist einfach; es wird hauptsächlich, und zwar stark, durch die Altäre gewirkt, deren einer auf jeden Pfl. des Lhs. Die Skizzen dazu von Neumann selbst. Der architektonische Apparat des Barockaltars ist aufgegeben, diese hier wollen nur Bilderrahmen sein, allerdings sehr prächtige und umfängliche. Die prunkvollere Dekoration des Mönchschors hinter dem Hochaltar nachneumannisch. Gemälde des Hochaltars von Treu aus Bamberg, Deckengemälde von G. A. Urlaub (Chor) und Ermeltraut (Lhs.).

S. Gertraud in der Pleichach. Vor 1133 von Meister Enzelin, der später am Dom tätig. 1600-1613 völlig umgestaltet.

Stifts-K. Haug. Ehemals rom. Sl.Basilika mit WTürmen und Dreiapsidenschluß. 1665 wegen der Festung niedergelegt. Tympanon mit thronender Muttergottes und den beiden Johannes, nach 1200, jetzt im Luitpold-Mus. — Neubau 1670 bis 1691 von Antonio Petrini. Die Anlage nach dem Typus des Gesù in Rom; als selbständige Elemente treten hinzu die starke Ausladung der Qsch.Arme, welche auch das Lhs.System der seitlichen Altarnischen fortsetzen, und die Doppeltürme der Fassade. Die Einzelformen schwer und ernst, von starker Ausladung. In allen Nischen mächtige Barockaltäre italienischen Gepräges (Gemälde Onghers). Im übrigen ist der Binnenraum farblos. — Am meisten weicht von den italienischen Vorbildern das Äußere ab. Es hat Strebepfll. und hohe Dächer, welche die Fenster des hohen Kuppelanbaues teilweise überschneiden. Immerhin wirkt die Kuppel sehr bedeutend. Die Fassade hat durch die seitliche Stellung der Türme eine mächtige Ausdehnung erlangt. Des rhythmischen Lebens, das sonst an Barockfassaden so stark zu sein pflegt, entbehrt sie. Schwere Gurtgesimse, einfache Lisenen (nicht antike Ordnungen!) und Statuennischen ergeben vielfältige, aber monotone Gliederung. — Prächtige Kanzel.

S. Jakob. K. des ehem. Schottenklst. Beg. nach 1134, voll. 1146. Flachgedeckte Pfl.Basilika ohne Qsch., schließend mit 3 parallelen Apsiden. Auf 31 m L. 10 Ark. Die beiden letzten Ssch. Joche mit stumpf grätigen Kreuzgwbb. zwischen breiten Gurten (in urspr. Form nur im südl. Ssch.). Die quadr. Pfll. und alle übrigen Formen die einfachsten. Die rundbg. Friese ähnlich denen des Doms. Die westl. Vorhalle E. 17. Jh. abgebrochen. Die OTürme, von denen der südl. rom., der nördl. einfachst got. Nach M. 13. Jh. wurde der Chor umgestaltet: über der im Unterbau beibehaltenen rundbg. Hauptapsis ein hoher polygonaler Chor. — An den Pfeilern Malereien des Augsburgers Leonhard Beck 1504. — Die K. jetzt Militärspeicher, das Klst. Militärkrankenhaus.

[Johanniter-K. A. 14. Jh., 1815 zerstört. Die Grabsteine im Münchener Nationalmuseum.]

Karmeliter-K. 1662-1669 von Antonio Petrini. Der erste italisierende Barockbau in Franken. Der Gr. zeigt die typische von den Jesuiten ausgebildete Form. Die Haltung derb und schlicht. — Altarbilder aus der Erbauungszeit von den Rubensschülern Diepenbeck und de Rul. — Im Klst. ein Holzkruzifix aus 13. Jh.

Liebfrauen-Kap. auf der Feste Marienberg. Der Kernbau wahrscheinlich identisch mit der A. 8. Jh. unter Karlmann genannten cappella in honorem S. Mariae constructa, also der älteste kirchliche Steinbau im Frankenland. Rotunde Das Erdgeschoß hat 11,67 m im Lichten bei 4,07 m Mauerstärke; im Innern durch 6 Rundnischen und 2 Durchgänge im W und O gegliedert. Im 12. Jh. ein Obergeschoß von nur 0,75 m Wandstärke, daher in der Außenansicht rückspringend. Der Bau des 12. Jh. kann nicht gewölbt gewesen sein; für den des 8 Jh., der alt christlichen Anlagen durchaus ähnlich sieht, ist Wölbung vorauszusetzen. — Renss.-Portal vom Herstellungsbau nach Brand 1600. — Stuckdekoration 1699 ff. — Bmkw. spgot. Reliquiar bez. 1519.

Marien-Kap. auf dem Markt. Nach der Judenverfolgung 1348 zur christl. K. eingerichtet: Neubau 1377 ff.; Chor gew. 1392; die Ausschmückung setzte sich bis nach 1470 fort. — Hallenkirche von 5 Jochen, 1sch. Chor von 4 Jochen und 5/8 Schluß. Das Innere 1713 barockisiert, 1856 in got. Sinne hergestellt. Hallen von extremen Höhenverhältnissen. Noch bezeichnender für die Zeit das in allem Schmuckreichtum etwas dürr bleibende, in schematisch eleganten Formen durchgebildete Äußere, an dem namentlich die Streben ein ungemein glänzendes dekoratives Beiwerk erhalten haben. Eigentümlich die Art, wie die Dachbalustrade um den WGiebel [pg 445] herumgeführt ist. Im S, W und N 3 sehr prächtige Portale. — Der Turm steht nördl. neben der Fassade, mit 3 Pfll. frei; bis zur Gesimshöhe der K. ganz einfach, dann noch ein mit Stab- und Maßwerkrelief besetztes quadr. Geschoß, endlich ein hohes Oktogon; alles in reichsten Formen; diese Teile 1441-60 von Eberhard Friedeberger aus Frankfurt. (Der durchbrochene Steinhelm modern, vorher Bleidach.)