Der Großkaufmann, dessen Stolz es nicht gelitten hatte, das von den Vätern ererbte Geschäft zu verlassen, fuhr auf und rückte an dem eleganten Nachtanzug.

»Du bist verrückt, Pawlowitsch.«

Der Frack verbeugte sich. »Vorzüglich, Herr Konsuhl.«

Selbst in dieser Minute der sichtlichsten Angst, – denn das schneeweiße Männchen zitterte auffällig am ganzen Leib – mußte das Halbblut sein Entzücken über jede Äußerung des Chefs dartun. Der Kaufmann jedoch gelangte immer mehr zu klarer Erkenntnis seiner Lage. Er stützte sich auf den Ellbogen, und seine kühlen Augen hefteten durch die Schatten der Nacht einen spähenden Blick auf seinen Diener. Dann versuchte er, die elektrische Flamme über seinem Lager anzudrehen, allein das Licht blieb aus.

»Was ist das, Pawlowitsch?«

»Ich weiß es nicht, Herr Konsuhl,« stotterte das Faktotum, und es war, als ob seine Zähne leise gegeneinander klapperten, »ich glaube, sie haben die Drähte bereits zerschnitten.«

»So, so, – aber eines ist doch seltsam, wie hast du mitten in der Nacht die russischen Patrouillen auf der Chaussee feststellen können?«

Dabei streckte der Liegende seinen Arm aus und faßte kräftig in die Brustfalte des Alten. Der Herangezogene wandte sich und setzte mehrfach zum Sprechen an, bevor er auf diese klare Frage eine Antwort erteilen konnte.

»Verzeihen Sie, Herr Konsuhl – ich konnte nicht schlafen – die Hitze – ich mußte in den letzten Nächten immer spazieren gehen – die Angst – –«

»Donnerwetter, höre endlich mit dem dummen Zeug auf. Bringe mir sofort meine Kleider. Wir sind deutsche Kaufleute und haben nach unserem Eigentum zu sehen.«