Jetzt verschränkte der Fürst die Hände über der Brust und nickte leicht.
»Ja,« gab er nachdenklich zurück, »mein Schicksal war Reichtum, Verwöhnung und Nichtstun.«
»Und meines,« erwiderte das Mädchen herb, »Not, Widerspruch und Arbeit – viel Arbeit.«
»Leben Ihre Eltern noch?« fragte der Russe nach einer langen Pause.
»Unsere Mutter ist tot. Sie liegt hier auf dem Friedhof, auf dem neulich Ihre Pferde angebunden standen.«
»Hm, ich ersehe daraus wenigstens zu meiner Freude, daß Ihr Herr Vater – –«
Johanna ballte die Faust. Wieder riß sie etwas von dannen. Sie war empört, weil der Fremde keine Ruhe gab.
»Es ist kein Anlaß zur Freude,« stieß sie im Zorn hervor, »mein Vater verbringt seine Tage in der Landes-Irrenanstalt, nachdem er vorher entmündigt wurde.«
»Ah, mille pardons,« versetzte der Russe betreten.
Mit vorgestreckter Hand zog er sich mehrere Schritte zurück, denn ihn leitete der Instinkt, er hätte sich schon zu nahe an den Kreis ihrer Erinnerungen herangedrängt. Geräuschlos raffte er seine Mütze auf, und als er sich umwandte, hatte sich auch die Blonde erhoben. Ihre Blicke ruhten noch grübelnd auf dem Moos und den Farrenkräutern des Waldbodens, als könnte sie sich von dem zuletzt Heraufbeschworenen nicht trennen.