In einem steinernen Seitengebäude hörte er viele weibliche Stimmen durcheinander sprechen, lachen und plaudern. Es war die Molkerei, die solange auf Hedwig geharrt hatte.

»Sollte sie schon unten sein?« dachte er verwundert.

Als er etwas später über den Hof schritt, um sich im Stall sein Pferd zu satteln, machte er den Umweg am Seitenhaus vorbei und warf einen raschen Blick in den von einer Lampe erleuchteten, ziegelsteingepflasterten Raum.

Richtig – umgeben von ihren Mägden sah er Hedwig vor einem großen Fasse stehen und mit ihren jugendlichen Kräften den großen Klüngel heben und wieder herunterstampfen. Beifällig murmelten die Mägde und versuchten, es ihr an zwei anderen Fässern nachzuahmen.

Sie hatte sich von Dörthe eine gewöhnliche Arbeitsbluse geborgt, an der die Ärmel fehlten, und nun sah der Pächter, wie ihre vollen Arme vor Anstrengung sich röteten. Ihr Atem umdampfte sie in der kalten Küche wie eine Wolke.

Dem Lauscher fiel wieder jener Abend ein, als er sie allein in ihrer Kammer getroffen, und augenblicklich war seine Freude an dem arbeitsfrohen Bild wie fortgescheucht.

Widerwillig murmelte er etwas vor sich hin, schlug dann mit Geräusch die Stalltür auf und ritt nach einiger Zeit grußlos vom Hof herunter. Als er sich auf der Landstraße noch einmal umwandte, glaubte er Hedwig unter der Tür des Seitenhauses zu erkennen, die ihm nachblickte.

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»Was ißt der Herr gerne?« befragte Hedwig die Obermagd, ehe sie die Molkerei verließ.

Dörthe sann nach. Dann gab sie Kartoffelsuppe an. »Und der Herr hat gestern selbst einen Hasen geschossen. Der hängt noch.«