Aber nur wenige Sekunden ließ sich Wilms so übermannen. Dann richtete er sich auf und sah auf das Mädchen, das alles nur für ihn angeordnet hatte. Das Licht flutete über ihre braunen Haare, ihre großen Augen hingen fest und fragend an den seinigen. Sie stand noch immer dicht neben ihm.
»Ich dank’ dir, Hedwig,« sagte er einfach und preßte ihre Hand mit verzweiflungsvoller Glut. »So schön haben wir in Wilmshus Weihnachten noch nie gefeiert.« Er ließ sie voranschreiten und folgte ihr dann in die Stube.
Freudig erregt saß der Pächter nachher in seiner Sofaecke und verfolgte Hedwig, wie sie jedem der Hofangehörigen ein kleines Geldgeschenk überreichte, das Wilms für seine Leute bestimmt hatte, und für sich selbst außerdem noch eine Aufmerksamkeit hinzufügte. Dörthe bekam eine Schürze, der alte Krischan einen Tabaksbeutel, die beiden kleinen Mädchen küßte Hedwig und band ihnen seidene Halstücher um.
Hierauf allgemeines Knixen und Handschütteln.
»Ich dank’ auch, Herr – schönen Dank auch, Fräulen – ne es is auch gar zu viel – so was hätt’ ich mich nich vermutet – Herrje und was die Leinwand schön is.«
Damit entfernten sich die Leute und Hedwig ging mit ihnen.
Wieder saß der Pächter allein und blickte träumerisch in die ruhig brennenden Lichter hinüber.
Da flog die Tür noch einmal auf: »Julklapp,« rief es und dann noch zweimal »Julklapp – Julklapp.«
Drei Pakete polterten in das Zimmer, und da nur Hedwig so frisch und hell rufen konnte, so wußte der Landmann, daß die drei Geschenke für ihn bestimmt seien. Er wartete, ob Hedwig nicht wieder zurückkehren würde, aber als er allein blieb, öffnete er die Schachteln. In der ersten fand er eine Kiste feiner Zigarren, sodann eine Meerschaumspitze, in der letzten endlich einen ledernen Bilderrahmen, auf dem mit Seide ein Kranz blauer Veilchen gestickt war. Ein Zettel war mit einer Stecknadel daran befestigt, darauf stand »von Else«.