Behutsam nahm der Landmann den Rahmen in die Hand. Und diesen wundervollen leuchtenden Kranz sollte sein armes Weib mit ihren zitternden Fingern hergestellt haben? Ein Zweifel beschlich ihn.
Aber wer sonst?
Hinter ihm näherte sich etwas, ein leises Knistern wurde hörbar, Wilms kehrte sich um und sah in das liebenswürdige Gesicht Hedwigs.
Er hob die Stickerei in die Höhe und fragte erregt: »Wirklich von Else?«
Ein Schatten flog über die Stirn des Mädchens, aber sie bejahte. Allein den Ungläubigen überzeugte sie nicht.
»Hedwig – ich glaub’s nicht – Else hat ja so feine Arbeit gar nicht gelernt – nicht wahr – du – von dir?«
Wieder schüttelte sie leise das Haupt.
»So sag’s doch,« rief er dringend.
Endlich gab sie es zu: »Nun ja, es ist von mir,« gestand sie, »Else wollte dir gern etwas Derartiges anfertigen, aber sie vermochte es noch nicht. Da habe ich es übernommen.«
»Also auch von dir?« murmelte der Pächter mit zitternder Stimme. Eine Weile stand er in Gedanken versunken unter dem leuchtenden Baum; ohne ein Wort des Dankes zu sprechen. »Und ich,« überlegte er bei sich, »ich habe gar nicht daran gedacht, diesem lieben, reizenden Geschöpf eine kleine Freude zu bereiten. Mit leeren Händen steh’ ich vor ihr, als gehörte sie gar nicht in mein Haus! Während sie –«