Es überlief ihn heiß und kalt. Vor Beschämung wagte er gar nicht die Augen zu erheben. Langsam und beklommen drängte es sich über seine Lippen.

»Und die Zigarren und die Spitze, Hedwig, von wem sind die?«

Aus ihren Augen sprühte ein spitzbübischer Funke, um ihren Mund flog ein schelmischer Zug. – Die seltsame Unbehilflichkeit des Mannes ergötzte sie.

»Von wem sie sind? – Wer weiß?«

Sie zuckte die Achseln, aber als sein verstörtes Antlitz sie darüber belehrte, daß er sich härmte und litt, tat es ihr leid, diese verschlossene Natur, deren tiefes Gemüt sie immer stärker und gewaltiger anzog, verletzt zu haben.

Die Lichter brannten noch immer, es war so gemütlich im Zimmer, tiefe Stille umgab die beiden.

Wilms fuhr auf. Er hatte in seinem Hinbrüten nicht bemerkt, wie das schöne Mädchen, nachdem sie lange auf ein Dankeswort geharrt, sich enttäuscht abgewendet und an das Klavier gesetzt hatte.

Sie spielte jetzt. Ganz leise klang unter ihren Fingern ein altes Kinderlied, das sie variierte und umbildete.

»Schlaf, Kindchen, schlaf.«

Der Bauer horchte hoch auf. Wie weich das tönte, wie wenn eine Mutter ihr unruhiges Kind einwiegt. Ja, und dasselbe hatte ja auch seine Mutter ihm vorgesungen. Eine arme Fischersfrau in der Katenhütte am Strand. Ach er sehnte sich so nach Ruhe, sein Herz war müde und wollte schlafen, so traumlos wie damals in Mutters Schoß.