Der Landmann faßte sich zuerst. »Wollen ein Ende für heute machen,« ermannte er sich kurz – »es ist schon spät – gute Nacht, mein Kind.«

Sie reichten sich wie immer die Hände. Die Finger des Mädchens waren eiskalt. Dann trat Wilms an den Baum und löschte die Lichter aus.

Es wurde immer dunkler und dunkler, gleichgültig sah Hedwig zu, wie ein Flämmchen nach dem anderen unter seinen Fingern erstarb, zuletzt brannten nur noch die Kerzen zu beiden Seiten des Instrumentes.

»Gute Nacht,« murmelte Wilms noch einmal, dann hatte er das Zimmer hastig verlassen.

Hedwig war es, als müßte sie ihm nacheilen, sich in seine Arme werfen und Schutz suchen, Hilfe gegen die Traumgestalt dort in dem Bette, das auch sie jetzt aufnehmen sollte.

Wenn sie das Phantom dann ebenfalls bemerkte, wenn es neben ihr läge und sie mit dürren, weißen Armen umfing, um sie zu würgen!

»Warum?«

»Weil du denselben Mann begehrst, der mir gehört – mir.«

Einen leisen Angstschrei stieß Hedwig aus.

»Gib mir den Ring,« klagte es neben ihr weiter. »Er gebührt dir nicht!«