Aber während Hedwig an dem Glase nippte, wurde draußen wiederum die Flurtür geöffnet, und das Mädchen hörte eine kräftige Männerstimme sprechen.

Sie griff nach ihren Handschuhen und horchte. Allein sie vernahm nichts mehr. Das laute Gespräch hatte sich wieder verloren. Dennoch wurde sie von einer merkwürdigen Unruhe ergriffen. Sie wollte aufbrechen. Rasch schritt sie zur Tür und rief die Wirtin: die erschien auch bereitwilligst mit ihrem Säugling auf dem Arm und wischte mit einem Tuch den Tisch sauber.

»Nun, ist das Pferd schon verkauft?« fragte Hedwig.

»Ja, sie sind woll schon einig.«

»Wer ist denn der Käufer?«

»Je, ich kenn’ ihm auch nich. Mein Mann sagt ja woll ›Herr Graf‹ zu ihm.«

»Graf?« stotterte die andere erblassend, »vielleicht Graf Brachwitz?«

»Ja, so kann er woll heißen,« antwortete die Wirtin gleichgültig und trocknete sich die Hand ab, um die Bezahlung entgegenzunehmen.

»Hier, liebe Frau, hier haben Sie – – hier haben Sie.« Hedwigs Bewegungen wurden immer hastiger. Vergeblich durchwühlte sie ihre Taschen, ohne jedoch ihr Portemonnaie finden zu können. Wahrscheinlich hatte sie bei ihrer eiligen Ausfahrt überhaupt vergessen, Geld zu sich zu stecken.

»Na, das schad’t ja nich,« tröstete die Krugwirtin verwundert, »das Fräulein schickt mich’s dann.«