Sie stampfte vor Ungeduld mit den Füßen, in der Eile überhastete sie alles. Auch die Decke konnte sie nicht schnell genug zusammenfalten.

Am liebsten wäre sie zu Fuß durch den Schnee davongerannt.

Der junge Graf Brachwitz stand unterdessen auf den niedrigen Stufen des Gasthauses und beobachtete das Treiben des Mädchens eine Zeitlang gespannt. Dann strich er unmutig seinen Schnurrbart. Es tat ihm ehrlich leid, daß Hedwig eine so schlechte Meinung von ihm hatte, und er verwünschte sein ungestümes Blut, das ihn damals zu dem offenbaren Frevel gegen sie getrieben. Entschlossen sprang er zu Hedwigs Braunem, nahm unbeirrt von ihrem Zurückweichen dem Tiere den Trog ab, dann faltete er die Decke und trat höflich an den Schlitten, den Hedwig inzwischen ratlos bestiegen hatte.

»Darf ich die Decke hier hereinlegen?« murmelte er kleinlaut.

Sie nickte und wandte sich ab, als er ihr den wollenen Fries leicht über die Füße warf.

»Keinen Kutscher?« fragte er dann erstaunt, während er ihr die Zügel in die Hände gab.

»Nein,« versetzte sie fest, »ich fahre selbst.«

Sie hob die Peitsche.

Allein bevor der Braune anzog, war Brachwitz auf die Schwelle des Schlittens getreten. »Ich möchte Sie bitten – gnädiges Fräulein, daß Sie mir die Zügel überlassen,« bat er leise und verwirrt.

Der Ton war ehrlich, die Anrede ehrerbietig.