Als Wilms zur Mittagszeit in das Wohnzimmer trat, fand er seine junge Schwägerin am Nähtisch emsig mit einem Brief beschäftigt.

»An wen schreibst du, Heting?« fragte er zaghaft.

Sie blickte mit trübem Lächeln zu ihm auf. »An Else,« antwortete sie stockend.

Der Pächter stutzte. »An meine Frau?« wiederholte er düster und blickte zu Boden.

»Ja, ich frage sie an, wann sie wiederkommt.« Sie senkte dabei das Haupt, schrieb noch ein paar Zeilen und übergab Wilms dann den geschlossenen Brief zur Besorgung.

Eine drückende Stille trat ein, wie sie jetzt immer entstand, wenn der Entfernten zwischen beiden Erwähnung geschah.

»Wann sie wiederkommt,« dachte der Landmann mutlos. Er reckte sich. »Ist dir bange nach ihr, Heting?«

Es sollte gleichgültig klingen, aber seine tiefe Stimme bebte leicht.

Zitternd wandte sich das Mädchen ab und antwortete nicht.

»Nur von etwas anderem sprechen,« dachte Wilms, »von etwas anderem.« Da erwähnte er die Einladung, die er eben erhalten. Natürlich würde Hedwig ablehnen, glaubte er; auffallend war ja ihre Blässe, und sie hatte noch eben über ihr Befinden geklagt. Aber zu seinem Erstaunen rief sie erregt: »Ja, wir wollen hin. Warte, ich kleide mich gleich um.«