Er schüttelte den Kopf.
»Hören Sie auf, Fräulein Hedwig,« mahnte auch die Försterin, »sonst wird es zuviel.«
Sie zog das Mädchen mit sich fort und stäubte ihr in ihrem Schlafzimmer etwas Kölnisches Wasser ins erhitzte Gesicht.
»Wie geht es Ihrer Schwester?« fragte sie dabei.
»Das weiß ich nicht,« versetzte Hedwig geistesabwesend.
Die Försterin starrte sie an. Sie merkte, daß die Erregung ihres jungen Besuches unnatürlich sei. Jedoch sie glaubte die rechte Spur gefunden zu haben.
»Wissen Sie schon, daß sich der junge Graf Brachwitz verlobt hat?« forschte sie gespannt.
»Ja, ich hörte schon davon,« nickte Hedwig gleichgültig und wollte wieder zu den andern.
Die Försterin verstand nicht, was sie aus ihr machen sollte. Sie hielt das Mädchen am Arm fest und klopfte ihr fast mütterlich die Wangen. Eine Regung des Mitleids überkam sie für dies schöne, fiebernde Geschöpf. Wenigstens einen guten Rat wollte sie ihr erteilen, geschöpft aus den Erfahrungen einer reifen Frau. Und ganz ehrlich und aufrichtig kam es heraus: »Fräulein Hedwig, ich wollte schon immer einmal mit Ihnen darüber sprechen. Bleiben Sie nicht mehr lange allein mit Ihrem Schwager in Wilmshus. – Hören Sie?«
»Warum?« wandte sich Hedwig ruckartig um.