»Selbstverständlich – da kenn’ ich die beiden zu gut.«
»Ach, ja,« flüsterte die Liegende dankbar, dann hob sie den müden Blick zur Decke empor, auf welche die brennende Lampe ihren gelben Kreis warf, und drückte dem Physikus zum Schluß die Hand, »ich glaube es ja auch nicht,« sagte sie mit zuckenden Lippen, »nein, ich glaub’ es nicht – glaub’ es nicht.«
Wilms trat ein.
Sein Weib lächelte ihn an und bewegte die Lippen. Jedoch es war unverständlich, was sie verlangte.
Der Arzt beugte sich über sie.
»Wilms, Ihre Frau wünscht auch ihre Schwester zu sehen,« erklärte er sodann und begab sich selbst in den Garten, um das Mädchen zu holen. In der Laube traf er sie. Es herrschte schon Finsternis.
»Nach mir verlangt Else?« sprach Hedwig verwirrt, aber den langjährigen Freund durfte sie die Unruhe, die in ihr stürmte, nicht merken lassen. »Ja, wir wollen zu ihr.«
Welch ein Gang. Noch brannten die ersten Küsse auf ihrem Munde, noch wußte sie nicht, wie das alles möglich war, und was nun folgen sollte.
»Wird sie noch lange leiden?« forschte sie atemlos.
Ob der kleine Physikus den nachzitternden Wunsch aus dieser Frage herausgehört hatte? Vor dem Hausflur blieb er stehen und strich ihr gedankenvoll über die welligen Haare.