»Nun, was denn, Herr Doktor, was gibt es denn?« rief der Landmann aufgeschreckt und sprang auf.

»Na, es geht ganz leidlich, schreibt er. Sehen Sie, ich hab’s gleich gesagt. Nun soll sie nur noch an größere Selbständigkeit gewöhnt werden, und deshalb schickt er Ihre Schwägerin nach Hause. In diesen Tagen sogar schon. – Ein reizendes Ding übrigens, die kleine Hete, was?« schmunzelte der Physikus plötzlich über das ganze Gesicht und kratzte in seinem Stoppelbart; »ich freue mich ordentlich darauf, daß wir sie bald wieder nach Grimmen bekommen.«

Wilms blieb stehen. »Nach Grimmen?« wiederholte er schwerfällig. »Geht denn – Hedwig zu meinem Schwiegervater zurück?«

»Na, vermutlich doch; oder haben Sie sie hier nötig, Wilms?«

»Ich?«

Eine Unruhe befiel den starken Mann, er strich mit seiner Hand über die kurzgeschorenen Haare, dann äußerte er auffallend hart und abweisend: »Nein, ich nicht.«

»Na, sehen Sie,« sagte der Physikus gemütlich. Dann klopfte er mit der Hand auf den Tisch. »Vorwärts, meine Herren, jetzt machen wir ein Skätchen; Karten hab’ ich bei mir, und Sie stecken die Lampe an, Wilms.«

»Lieber Doktor, das viele Kartenspielen halte ich für – – –« wollte Pastor Schirmer kleinlaut einwenden, aber der Physikus schlug noch energischer auf den Tisch und knurrte: »Ach Unsinn, machen Sie weiter keine Umstände, Pastor, – und solange Sie gewinnen, ist Ihre liebe Frau mit allem einverstanden. – Wer gibt? – Na also – Wilms, bringen Sie die Lampe – Tourné, Pastor? Solettchen auch? Na dann Eichel. Raus mit den Triümphern, meine Herren, – Wilms, die Lampe blakt – was gibt’s Neues, Pastor?«

In bester Eintracht spielten die Herren fort.

Nur Wilms, der sonst ein vorzüglicher Spieler war, beging einen Fehler nach dem andern, zuletzt störte er sogar offenbar die Pläne seines Partners.