»Also du verstehst mir, mein Jünging,« fuhr er fort, — »hüh, denn man weiter. Ja, also die Jahren bleiben die Hauptsache. Die Jahren kommen einfach zu die Menschens heran und holen sie ab. Zu allerlei Taten. Ob das Menschenkind will oder nicht, das is ganz gleich. Die Jahren wollen. Die sind nun eingeteilt, wie beim Kommiß die Soldaten. Weißt du, welche zuerst kommen?«

»Nein.«

»Zuerst kommen die Traumjahren.«

»Wie meinst du das, oll Chronos?«

Der Alte schüttelte das Haupt, als ob er den Namen nicht gern höre, dann fuhr er fort: »Na, also, die Spiel- oder Einbildungsjahren. Die laufen dir wie die lütten Kinder die Musikusse voran und hantieren dir mit Sonne, Mond und Sternen, ja, sogar mit dem lieben Gott selbst, als ob das Puppen wären. Aber dafür sind die Jahre auch die glücklichsten, denn eine Einbildung macht immer glücklich. — Begreifst du mir?«

Ich nickte. Mein Atem dampfte in dem Schneegewimmel. Es war bitterlich kalt.

Der Gott kroch tiefer in seinen Schafpelz.

»Siehst du,« hustete er, »die Einbildungsjahren hatten Hann und Line grade abgeholt, als du sie kanntest. Nu is das auch schon sieben Jahre her. — Nachher kommen dann die Lehrjahren. Die marschieren am besten, denn die werfen die Beine gewissermaßen noch so unter dem Kommando. Eins — zwei — eins — zwei. Da klappt noch alles. Sieh, bei Line und Hann freilich, da ging das damit schnurrig zu. Was sie war, die Dirn, die hatte den richtigen Heißhunger und auch den Kopf dazu. So kam es denn, daß der spaßige Pastor Witt, den sie damals darum bat, und der das Ding auch gern leiden mochte, ihr eine ganze Menge beigebracht hat. Natürlich alles man so im Vorbeigehn, verstehst du, aber sie weiß doch nun überall Bescheid, von dem alten Fritz und Luthern, und lauter solche Leute; und daß die Erde sich im Kreis rum küseln soll, worüber ich aber lache. —«

»Und Hann?«