IV

Es war ein sehr einfaches, beinahe ärmliches Stübchen, in dem der Konsul Hollander an diesem Neujahrsmorgen seinem Hamburger Vertreter auf einem derben Holzstuhl gegenübersaß. Er selbst steckte noch in seinem weiten orientalischen Schlafrock, unter dem sich die weißen Unterhosenbänder lustig über ausgetretene grüne Pantoffeln herabschlängelten; auf dem Haupte trug er eine schwarzseidene Mütze, und von Zeit zu Zeit fuhr er sich verdrießlich über seine unrasierten, stoppeligen Wangen, als ob er sich heute ganz besonders unbehaglich fühle. Und doch hatte er nicht den geringsten Grund zu dieser üblen Laune. Befanden sich doch die Abrechnungen des jungen Herrn mit dem hübschen braunen Schnurrbart und der streng englischen Toilette in bester Ordnung. Und wenn auch die Reisespesen des Vertreters ungewöhnlich hoch waren — — — »Schockschwerenot — nobel, nobel,« murmelte der Konsul, während er heftiger seine Stoppeln rieb, so brachte er doch auf der anderen Seite Abschlüsse und Bestellungen für die Werft heim, wie sie der Chef schon so lange nicht mehr in Händen gehalten hatte.

»Sieh mal an! — Die asiatische Linie bestellt also doch den Sechstausend-Tonnen-Schraubendampfer? Hm — und die Holländische Heringskompanie zehn Fischerkutter!? Puh — schockschwerebrett.«

Dem Konsul träufelte das Auge. Er wischte es mit der Hand und sah wieder auf das Blatt. Aber die Bestätigungen der Abschlüsse blieben stehen; aufrecht, in der schönen, lateinischen Schrift Brunos verzeichnet.

»Merkwürdig.«

Und wieder blinzelte der Werftbesitzer über das Blatt fort auf seinen jungen Untergebenen, der ihm so frisch und adrett gegenübersaß, und wieder faßte ihn die Unbehaglichkeit so stark, daß er sich fast die Backe wund rieb.

»Akzeptable Preise,« murmelte er von neuem und spuckte aus. Dann warf er die Papiere auf den schmalen Klapptisch, der seinem Feldbett gegenüber an der Wand angebracht war, und fuhr seinen Angestellten mit voller Grobheit an.