Daraufhin musterte der Steuerrat sehr ernsthaft die Gruppe am Flügel, dann zog er einen schwarzen Hornkneifer hervor, und nachdem er ihn sorgfältig geputzt, sah er eine Zeitlang angestrengt auf den hübschen, jungen Menschen, der die anderen dort drin augenscheinlich so angenehm unterhielt.

»Na, Julius, was meinst du?« forschte Hollander, indem er sich, beinahe wie ratlos, hinter dem Ohr kraute.

»Ja, Kindchen, was ist da viel zu meinen?« entgegnete der alte Herr leise. Über sein glattrasiertes, feingepudertes Junggesellenantlitz zog ein schlaues Schmunzeln. Das kannte der Konsul. In seinen langen Dienstjahren bei dem Hafenzollamt hatte sich sein Freund daran gewöhnt, den Dingen durch die Emballage zu blicken. Ein durchdringender Menschenkenner.

»Na?«

»Gott, scheinbar ein sehr talentvoller junger Herr.«

»Schön, aber?«

»Was, aber?«

»Menschenskind, ich meinte — gefällt er dir denn?«

Der Steuerrat lachte leise in sich hinein. Die Frage schien ihn zu ergötzen. Dann legte er seinem Schulkameraden sacht die Hand auf das Knie, und mit gutmütigem Spott kam es heraus: »Will ich ihn denn heiraten? Aber sieh dir mal die beiden jungen Damen an. Kuck. Die eine lacht und die andere weint.«

»I, das wäre ja — —« Der Konsul sprang auf und warf seine Zigarre fort.