Oll Kusemann mußte lachen: »Ganz richtig, aber, um das zu merken, dazu braucht man nicht grad' ein Phi — na, du weißt ja — zu sein.«

An die Tür wurde lebhaft geklopft. Und auf des Lotsen »Herein« lugten zwei Mädchenköpfe durch den Spalt — ein brauner und ein roter. Über die Haare hatten sie dunkle Tücher gezogen, und ihre Röcke wirbelten vor dem nachbrausenden Sturm.

»Huching,« rief der Lotse erfreut. »Hann — sieh, Schulmeister Tollen seine beiden Damens. Na, man immer rein, Kindings — ihr seid gewiß en bißchen hinter mir hergelaufen, weil ich so'n hübscher strammer Kerl bün — komm, Dirning.«

Damit zog er die Kleine, die mit den roten Haaren, kräftig neben sich auf den Schemel, wo das Ding auch ungeniert und die weißen Zähne zeigend sitzen blieb.

Unterdessen hatte Hann die Größere, ein etwa zwanzigjähriges Mädchen, das ein wenig befangen am Eingang stehen geblieben war, ungelenk nach ihrem Begehr gefragt. Und mit Verlegenheit erhielt er die Antwort.

Die beiden Schwestern hatten gehofft, noch Mudding Klüth zu treffen. Zu Hause sei in den Waschkessel ein Loch gebrannt, und da wollten sie bitten, ob vielleicht — — —

»Selbstverständlich,« unterbrach oll Kusemann schmunzelnd. »Da steht ja so'n olles Geschütz. Und wie ich Hann kenne, wird er sich eine Ehre und eine Aufmerksamkeit daraus machen. — Was, Jünging?«

»Ja,« bestätigte Hann.

Nun trat eine Pause ein, während welcher Hann rasch das kupferne Gerät von seinem Riegel hob, als dächte er, solch eine Angelegenheit müsse schleunigst erledigt werden. Doch wieder fuhr oll Kusemann dazwischen. Er führte die wirklich bildhübsche Klara Toll mit der vollen, geschmeidigen Gestalt und den sanften, dunkelbraunen Augen erst an Hanns verlassenem Herdsitz, und nachdem er sie mit einer Verneigung niedergenötigt hatte, erkundigte er sich lauernd, es sei doch Damenwäsche, die man morgen kochen wolle. So hübsche Frauenhemden ohne Ärmel, und mit Krausens oben, und Höschen und schwarze Strümpfe, recht lang, die sähen besonders gut aus.