Unter ihrem hübschen, blauen Kleide klopfte ihr das Herz vor Aufregung. Abwechselnd rot und blaß erwartete sie die Entscheidung ihrer Herrin. Wenn die nun »nein« sagte? —

Fräulein Dewitz hatte inzwischen nachgerechnet. Aber sie vermochte trotz aller Regeln des kleinstädtischen Anstandes keinen Grund zur Weigerung zu finden. Es handelte sich ja am letzten Ende um Bruder und Schwester, und der Ausflug währte nur wenige Stunden, führte zudem in das Elternhaus, und vor allen Dingen: der Schlitten war extra von dem Konsul gestellt. Das entschied.

Einen Moment schoß es ihr zwar noch durch den Kopf, warum der wohlerzogene junge Mann nicht auch sie selbst zu dieser Fahrt invitiere, aber dann kam ihr der schmeichelhafte Gedanke, daß er wohl nur nicht wage, sie, das Fräulein Dewitz, in sein Elternhaus zu führen.

»Schön — schön.«

Mit gutmütigem Kopfnicken erteilte sie die Erlaubnis, reichte dem galanten jungen Herrn würdevoll die Finger zum Handkuß, freute sich an seiner tiefen Verbeugung, und nachdem sie ihn noch gebeten, ja nicht ihre Grüße an seine Mutter zu vergessen, schärfte sie ihm besonders ein, daß Line punkt neun Uhr zu Hause sein müßte.

»Nicht später — nicht wahr, Sie verstehen mich, mein lieber Herr Klüth?«

»Gewiß, vollkommen, gnädiges Fräulein.«

* * *

So saßen denn die Geschwister, dicht nebeneinander, wohlverpackt in dem leichten, eleganten Schlitten.