»Oh, es ist doch zu reizend,« rief sie einmal über das andere, »wenn man so was Eigenes hat, so was Heimliches — und das« — sie streichelte plötzlich katzenhaft zärtlich seine Hand, »hab' ich von dir. Sieh eins.«
Mit einem Sprung war sie an ihrer Kommode, kniete nieder, warf allerlei Wäschestücke um sich herum, und dann kamen sie zum Vorschein, all die verborgenen Kostbarkeiten.
»Line,« rief er mit aufsteigender Scham, denn der Anblick dieser Geschenke war ihm unangenehm, »wollen wir uns jetzt nicht setzen? — Es ist halb neun, und ich bleibe nur noch ganz kurze Zeit.«
Aber sie war zu sehr in ihrem Element. Nein, erst wollte sie sich ihm zu Ehren mit all seinen Geschenken schmücken. »Kuck eins, diese Opalohrringe« — sie rutschte auf Knien zu ihm hin, »die mußt du mir zuknipsen — so — und hier das Armband, und das Herz mit dem Brillanten, schade, dazu muß man ausgeschnitten gehen.«
Alles hatte sie angelegt, schüttelte die Arme, bog den Hals und setzte sich dann rasch neben ihn auf dem Sofa nieder. In geschäftiger Eile begann sie ihm danach die Brötchen zu streichen, immer bemüht, die Finger so zu drehen, daß die Ringe im Lampenlicht funkeln könnten.
»Gefällt's dir so?« fragte sie mit einem raschen Seitenblick.
Er sah sie bewundernd an.
Immer mehr verlor er die klare Beherrschung der Stunde.
Nun tranken sie von dem heißen Tee und ergingen sich dann in ihrer beiderseitigen Lieblingsbeschäftigung, über die Zukunft zu phantasieren.
Hier war er ihr überlegen, war er ihr Meister. Andächtig saß sie neben ihm, die Hände gefaltet, den Mund vor Bewunderung leicht geöffnet, und das Hervorblitzen der weißen Zähne riß ihn zu immer bunteren Träumen hin. Da sah sie all ihre Erwartungen sich formen; die Equipage wurde, und die Diener und das Schloß, und alles war seinem Willen untertänig — und bald wohl auch ihrem — bald wohl auch — — —