Wie lautete doch ihr letztes Wort? — Jämmerlicher Mensch? — Nein, nein, das war ja nicht die Wahrheit. Sie — sie allein trug ja alle Schuld. Sie hatte ja Hexenmittel angewandt, um ihn anzulocken.

Ihre Sinne mußten sich wohl verwirren. Wie spielend schritt sie über das moorige Ufer, das unter ihr einsank, bis das schwarze Wasser über ihren Fuß kroch.

Hu, das war eisig.

Ruckartig zuckte sie zurück und stürzte wieder auf den Weg.

Dort drüben, wenige Schritte von ihr, ragte der Moorluker Turm, ganz dicht ihr zur Seite starrten die Brückenreste aus dem Fluß, und da — da bei den Stümpfen, da besorgten verschiedene Fischer einstweilen die Fähre, und unter ihnen glaubte sie jetzt auch die plumpe Gestalt von Hann zu erkennen.

Und jetzt? — Rief da nicht etwas »Lining«?

Nein, nein, nur nicht zu dieser plumpen Ehrlichkeit, das war das Schlimmste von allem, gerade dagegen empfand sie solchen Widerwillen, davor solche Furcht. Und jetzt rief es wieder: »Lining!«

Mehr hörte sie nicht. Mit wirbelnden Röcken lief sie den Landweg zurück, immer vor sich hinsagend: »Nicht Hann — nicht Hann.«

Vor ihr türmte sich im fahlen, blauen Schein die Stadt auf.

In einer halben Stunde würde sie wieder dort einziehen, von wo sie vor einiger Zeit gekommen. Wie lange war das wohl her? Und wohin? Zu wem lief sie jetzt? In ihrer Ratlosigkeit begann sie wild und heftig zu schluchzen. Ob sie nicht doch zu Fräulein Dewitz gehen und alles bekennen sollte? — Nein, nein, lieber zurück in das schwarze Wasser. Aber plötzlich war ihr das Ziel eingefallen. Paul.