»Du auch? — Du meinst doch nicht etwa gar wegen Bruno?«
»Ja, kuck, Mudding, wenn man bunte Oberhemden trägt und enge Hosen, dann — —«
»Was? — ach du lieber Gott — was meinst du, Siebenbrod?«
»Je, ich mein, dazu muß man geboren sein, Mudding. Und dann — —«
»So sag' doch —«
»Hat mich auch gestern so viel über unsere paar Groschen ausgefragt, und über unsere Küh, sieh Mudding, dabei hab' ich immer ein ungemütliches Gefühl. Von so verschwiegenen Dingen spricht man doch nich.«
»Geh rasch!« rief die kleine Frau und rang aus ihrem Stuhl die Hände. »Geh bloß.«
»Ja, ja, Mudding, ich geh ja all — aber das sag' ich man, was Gutes wird das nich.«
In dem Kontor war er dann mit dem neuen Pastor zusammengetroffen. Es war das kleine Privatkabinett des Konsuls, und ehe Stiefvater und Sohn noch ihre Verwunderung über das Zusammentreffen hatten austauschen können, da war der Konsul bereits eingetreten, hatte sich auf das Ledersofa geworfen, um mit niedergeschlagenen Augen, und als wenn er von sich die größte Dummheit erzähle, seinen Besuchern das Vergehen und das Verschwinden Brunos auseinanderzusetzen. Dabei war es für den Fischer, den das Ereignis nicht gerade sonderlich umzuwerfen schien, obwohl er es dennoch für familiär und passend hielt, eine bedenkliche Miene aufzusetzen, dabei war es für ihn doch »heil komisch« gewesen, zu betrachten, wie sich Hollander bei seiner Erzählung zwar entrüstet das Knie rieb, anderseits aber schmerzlich-behaglich schmunzelte, wie jemand, der zuletzt doch recht behält.
»Na ja, war 'ne riesige Dummheit von mir, hatte mich zum Schluß wahrhaftig ebenfalls sicher machen lassen, kostet mich viel Geld die Erfahrung — aber schließlich, — was habe ich gleich gesagt? Unsicherer Kantonist, das Kerlchen! — Na also, Herr Pastor, nun möchte ich mit Ihnen noch eine Kleinigkeit besprechen, eine ganze Kleinigkeit. Kommen Sie.«