Damit waren die beiden in das leere Kassenzimmer getreten und hatten den Fischer ruhig draußen sitzen lassen, als wenn er an der Angelegenheit nicht weiter beteiligt wäre.
Als der Zechende bei diesem Teil seiner Erinnerungen angelangt war, schien ihn die Wut von neuem zu übermannen. Er stieß mit den Füßen gegen die Tischbeine, daß es krachte, und rief beinahe schmerzlich: »Einen Seidel und einen Schnaps zugleich, Möller — und mach' die Tür zu, die verfluchte Tür, damit ich nich mehr mein Haus sehen kann, — mein Hüsing. — Mak de Dör tau, Kirl. Prächtig — gut der Schnaps — gut das Bier.«
Da waren der Pastor und Hollander eine lange Weile in dem kleinen Verschlag geblieben, und als sie endlich heraustraten, da hatte Paul verweinte Augen gehabt, und dann war der Strandpastor schweigend mit dem Fischer an den Hafen geschritten, von wo sie mit einem der kleinen Flußdampfer nach Moorluke zurückfuhren.
Aber diese Begleitung und das brütende Schweigen des stillen, wortkargen Menschen, dem noch jetzt von Zeit zu Zeit ein Tropfen über die Wange lief, waren Siebenbrod allmählich drückend geworden: »Willst du — — wollen Sie denn zu meiner Frau?« hatte er gefragt, während sie beide neben dem Schornstein des Dampfers standen und in das aufwogende Hafenwasser sahen.
»Ja.«
»Was wollen Sie da?«
»Da will ich uns wieder ehrlich machen.«
»Was?«
Der Fischer steckte beide Hände in die Taschen und schlug ein grobes Gelächter auf: »Was! — Ich will Ihnen eins was sagen, Herr Pastor, ich hab' keinem was gestohlen, und deshalb bin ich auch keinem was schuldig, verstehen Sie mich, Herr Pastor?«