»Allens.«

»Herrje, man erschrickt sich ja förmlich, aber was machst du denn später?«

»Ich? — Ich? Oll Kusemann, warum hast du auf einmal vier Augen und zwei Nasen? Ich schlag dir eins ins Genick, wenn du das noch mal machst. Oder ich häng dich hier an den Türpfosten auf. Aber sag' eins, du bist ja ein kluger Kopf, wie is das eigentlich mit dem Aufhängen? —«

»Das? — das? Ne feine Sache soll das sein. Da hört man Musik, wie auf einem Tanzboden, aber du wirst doch nich —«

»Schnack. Oh, das Leben is mal recht dämlich. Als ich klein war, da hab' ich mich immer ne Spieldos gewünscht, und nu — aber wollen trinken. — Die Geschicht mit der Musik gefällt mir — das lügst du doch auch nich? — Wollen trinken — immer mehr — immer mehr. Pfui, das Leben riecht wie ein fauler Hering. — Pfui, pfui!«

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In das kleine Lotsenhaus war gegen Abend neue Verwirrung eingedrungen, als Paul zum zweitenmal erschienen war, um, wie er vorgab, sich nochmals nach der Mutter zu erkundigen, in Wahrheit aber, um Hann beiseite zu ziehen und ihm allerlei wirre Andeutungen über Line zu geben. Der junge Geistliche war ganz gebrochen. Und als die beiden Brüder in der Dunkelheit auf dem Flur standen, dort miteinander flüsternd, damit in der Stube die Mutter, die ohnehin leise vor sich hinweinte, nichts bemerke, da mußte der Pastor sich an dem Holz der Haustür festhalten.

»Daß sie so sinken konnte,« murmelte er vor sich hin und rüttelte beinahe an der Klinke, »daß sie so schlecht werden konnte.«

Hann stand neben ihm, in seinen blauen Drillichhosen und mit der offenen Schifferjacke, das plumpe Haupt, auf dem die strohblonden Haare bereits spärlicher herunterfielen, war ihm tief auf die Brust gesunken. Er mußte sich mehrfach räuspern, ehe er antworten konnte. Auch so klangen seine Worte noch gepreßt genug.

»Ja,« entgegnete er mühsam, »sie wird ihn wohl sehr lieb gehabt haben.«