Der Strandgeistliche atmete hörbar: »Aber sie hat ihn zu Schlechtigkeiten verführt, sie hat gehandelt wie eine — — —«

Hier stöhnte er laut auf.

»Ja,« sagte Hann vor sich hin, »mich dünkt, die eine Liebe is heiß und die andere kalt — die eine will in Seide gehn und die andere in Pantoffeln. Es kommt allens so, als es kommt.«

»Aber wir müssen unsere Natur bezwingen.«

»Ja,« schüttelte Hann traurig das Haupt, »das sagt ihr so. Ich hab' immer gedacht, um viele Naturen wär' es dabei doch schad. Kuck, Line zum Beispiel war mich immer gerade so recht.«

Der Pastor sah den Schiffer zweifelhaft an, dann lenkte er rasch ab, und indem er die Flurtür öffnete, durch die bereits die Dunkelheit hereinsah, klagte er: »Nacht. Wie sollen wir sie jetzt finden?«

»Müssen sie eben suchen,« versetzte Hann halblaut, obwohl seine Stimme stark zitterte. Dabei bückte er sich und hob von der Diele eine große Stallaterne empor, die er ansteckte.

Ein wunderliches, verschwommenes Licht fiel nun über den rotgepflasterten, langen Gang.

»Wenn sie sich ein Leid angetan hätte,« fuhr der Pastor fort, und wieder zitterte die Tür, als ob er an ihr gerüttelt hätte.