»Laß gut sein, Mudding, ich schließ' die Tür nich zu. Ich werd' hier warten.«
Drinnen die Kranke äußerte sich zu diesem Vorschlag nicht weiter — sie warf sich noch ein paarmal hin und her, dann wurde es still.
Draußen auf dem Flur stand ein ungefüger, blau angestrichener Holzkoffer, das einzige Gut, das Siebenbrod mit in die Ehe gebracht hatte. Auf diesen Schrein setzte sich Hann, stützte die Ellbogen auf die Knie und hielt seine Nachtwache.
Draußen summte der Wind, pfiff manchmal und heulte. Die Dorfuhr schlug, Viertel auf Viertel, der Fluß rauschte, und die Pappeln ächzten und schüttelten sich, Hann spann an seinen Gedanken fort.
Schwere Gedanken, die nur ungern ein Gewebe werden wollten.
Da oben schlief sie nun.
Und er, er war ein Bräutigam und hatte sich doch täglich danach gesehnt, daß die Kammer wieder von ihrer Bewohnerin besetzt werden möge.
Hier war eine Lücke, ein Bruch in seinen Gedanken, an dessen spitzen Trümmern er sich die Stirn zerstieß, genau so wie damals, als er auf den Anker gestürzt war, und Klara Toll ihn gepflegt hatte.
»O Klara!«
Er hielt sich den Kopf, damit er nicht wirklich springe, dann lauschte er wieder nach der Stiege, ob da nicht ein leichter Schritt laut würde. Denn er mißtraute Line. Ihr konnte es einfallen, trotz aller seiner Versprechungen zu entwischen.