Sie war doch ganz anders, als er immer gedacht hatte, eigentlich so, wie ein rechter Mensch nicht sein sollte, denn sie dachte stets an sich. — Und wie würden nun die nächsten Tage werden? — Morgen schon, wenn Siebenbrod die neue Hausgenossin vorfinden würde.
Er kratzte sich verlegen hinter dem Ohr; draußen schlug die Dorfuhr einen mächtigen Schlag.
Eins.
Schon so spät, und Siebenbrod immer noch nicht da? Der Wartende kroch von dem Koffer herunter, machte ein paar Schritte, um sich die Glieder auszurecken, und zog sich wieder auf den blauen Schrein zurück.
Es hatte eben zwei geschlagen, als er von neuem auftaumelte: Herr Gott, es dämmerte schon. Ein neuer Sommermorgen guckte bereits durch das kleine Stückchen Glas, das oben an der Haustüre eingesetzt war. Draußen zirpten die Schwalben, und der Frühwind strich über den Fluß. Doch in dem Flur woben noch graue Schleier hin und her, aus denen sich undeutlich nur die roten Fliesen heraushoben.
War Siebenbrod schon da?
Ganz zerschlagen kletterte der Wächter von seinem Sitz herunter und wollte eben leise das Haupt an die Tür des großen Zimmers legen, als in der Ecke hinter der Haustüre etwas seinen Blick fesselte.
Zögernd richtete er sich auf, sah sich um, rieb sich die Augen und starrte wieder in die Ecke, die die Spinnen ganz mit grauen Geweben angefüllt hatten.
»Herr Gott!«