Er rief leise: »Siebenbrod.«

Nichts regte sich.

Aber das war er doch? Dort stand er doch in der Ecke, den breiten Rücken dem Beobachter zugekehrt und so sonderbar groß?

Noch einmal rief Hann mit halber, heiserer Stimme, die ihm nicht recht aus der Kehle wollte, jedoch der riesige Fischer regte sich nicht. Er stand, um zwei Haupteslängen höher als Hann, den struppigen Kopf mit den schwarzen Haaren, von denen die Mütze heruntergeglitten war, eng der Ecke zugekehrt, wie wenn er sich schäme.

»Jesus — Christus,« sprach Hann ganz langsam, und mit vorgestreckten Armen, als ob er sich gegen Spuk schützen wolle, schlich er näher, bis er mit dem Finger scheu den Rücken des Riesen berühren konnte.

»Siebenbrod.«

»Siebenbrod, warum bist du heut so groß?«

»Gott erbarm sich, Siebenbrod, du stehst ja in der Luft?«

Aber als keine Antwort kam, sondern die Gestalt unter dem Druck von Hanns Finger unmerklich hin und her schaukelte, da versuchte der Bursche in seinem Entsetzen das letzte Mittel, das, wie er sich erinnerte, oll Kusemann als untrüglich gepriesen hatte.

Mit raschem Griff riß er dem Hängenden drei Haare aus und legte sie ihm in Kreuzform auf die Füße. Allein Siebenbrod hatte bereits die Klänge seiner Musikdose vernommen, nach denen er sich schon als Kind so leidenschaftlich gesehnt hatte, und schaukelte deshalb unempfindlich gegen Hanns Zauber weiter, ja, er begann sich jetzt sogar um sich selber zu drehen. Da schnitt ihn Hann kurz entschlossen herunter.