Diese Einsamkeit!
Sie verschränkte die Hände, drückte sie gegen die Stirn und wandte sich heftig ab, als hätte die Ruhe draußen sie verletzt.
Aus dem Nebenraum war inzwischen ein scharfer Fischgeruch gedrungen.
Das roch so schlecht.
Schon als Kind hatte sie eine Abneigung gegen den Duft empfunden; und jetzt, wo sie ihn immerfort roch — jetzt schien er ihr beinahe unleidlich.
Sie setzte sich auf einen Schemel am Fenster und starrte auf die See hinaus.
Oh, wie schön und vornehm hatte es doch bei Fräulein Dewitz geduftet. Jeden Sonnabend nach dem großen Säubern hatte sie Lavendelessenz sprengen müssen. Und hier? —
Dieses verwünschte kleine Katenhaus! Und diese ungebildeten Riesenleute. Oh, sie wußte ganz gut, daß sie der Frau ein Dorn im Auge war, denn das Schicksal Lines hatte sich bereits herumgesprochen.
Man munkelte, ohne zu wissen.
Line biß sich auf die Lippen und ballte langsam die Faust.