Vielleicht, daß das junge Weib, das er so gern ansah, einer Bitte zugänglich war.

»Langeweile, Lining?« hob er nochmals mit Anstrengung an: »Sieh, Lining, wenn du dich nun beschäftigen wolltest. Zum Beispiel mit Kochen für uns beide. Das wäre recht gut. Sieh, ich fang nun mal so wenig, ich bin eben viel ungeschickter, als die anderen Fischers. Und den Muchow-Leuten muß ich für unseren Unterhalt auch bezahlen. Aber wenn du zum Beispiel kochen wolltest, dann wäre mir schon geholfen. Natürlich, es is bloß so eine Idee von mir,« setzte er sofort besorgt hinzu, als er bemerkte, wie Line die weiße Stirne kräuselte.

»Nur eine Idee, Lining,« wiederholte er besänftigend. Aber sie warf bereits den Stuhl herum und rieb an ihren Händen.

»Wozu soll das erst?« fragte sie ärgerlich dagegen. »Hann, sag' selbst, wozu soll ich mich erst hier in der Katenküche mit der Fischersfrau zusammenstellen und den Trangeruch riechen, der mir so widerlich ist, da ich ja doch nur kurze Zeit hier bleibe? — Lieber verkaufe ich die Kleider und die paar Schmucksachen, die mir Fräulein Dewitz nachgesandt hat. — Hörst du? Da — in dem Schrank, nimm sie.«

»Gott soll mich bewahren, Lining, wo werd' ich?«

»So nimm dir den Plunder doch.«

»Aber wo werd' ich mich denn an deinen Sachen vergreifen?« wehrte er mit beiden Händen ab. »Nein, Lining, wenn du nich willst, dann wird es ja auch so gehen. Ich meinte nur, Beschäftigung bringt den Menschen so schön auf andere Gedanken.«

Sie sah ihn beinahe feindselig an. »Ich mach' mir aber gar keine Gedanken, Hann. — Über nichts! Und nun nimm dir die Sachen und hör' mit solchen Ermahnungen auf. Mich machst du doch nicht anders, als ich mal bin.«

Der Fischer senkte den Kopf auf die Brust. Dann seufzte er tief auf. »Nimm's nich übel, Lining,« brachte er endlich hervor, »ich hab' mich das bloß so gedacht.« Dann sah er sich schüchtern nach einem Stuhl um, der in der Ecke stand.

»Darf ich mich hier ein bißchen bei dir niedersetzen, Lining?« fragte er nach einer Weile des Schweigens.