»Und sie?« fragte sie darauf und zupfte verstört an ihrer Schürze, »was hat sie gemeint?«
»Sie hat alles eingesehen. Und morgen tritt sie in der Stadt ihre Stellung als Krankenschwester an.« Damit stand Hann auf, raffte sein Netz zusammen und schritt langsam zur Tür.
Einen Augenblick war es, als wollte Line von ihrem Platz aus die Hand vorwerfen, um ihn zurückzuhalten, dann aber mußte sie sich wohl anders besinnen, denn sie wandte sich kurz ab, um wieder verstimmt zum Fenster hinauszusehen.
Dort draußen gewahrte sie bald den Riesen Klaus Muchow, sowie dessen Frau, die mit Hann zu den Booten gingen und anfingen, die gefangenen Heringe in Kisten zu schütten.
Wieder trug der Wind einen scharfen Geruch herüber.
»Dabei soll ich vielleicht helfen?« dachte Line bitter. »Und was dies Weib wohl wieder alles auf mich zu klatschen hat? — Nein, nein, wenn's nur erst vorüber wäre. Nur hier erst fort.«
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Das Mittagbrot wurde in der Muchowschen Küche gegessen. Auf etwas anderes hatte sich Frau Fiek nicht eingelassen. »Ne,« hatte sie widersprochen, »ich will doch sehen, wie der vornehmen Dirn' mein Essent smeckt. Deshalb muß sie in die Küche raus.«
Man saß um den Herd, hielt die Näpfe in der Hand, und Frau Fiek wie ihr Klaus versicherten stets umschichtig, daß alles prachtvoll geraten sei.
»Eierkauken,« murmelte Klaus Muchow sehr befriedigt, während er einen ganzen gebratenen Hering verschlang. »Eierkauking.«