Und Frau Fiek nickte diesmal zustimmend und entschied: »Dor hest du nu wedder eins ganz recht, Klaus.«

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Nachmittags saß Hann unter dem Fenster auf der Bank, die er sich selbst aus rohen Pflöcken zusammengeschlagen hatte, und putzte mit einem stumpfen Messer seine Netze. Es war ihm trotz des Schweigens, das zwischen ihnen herrschte, ein angenehmes Gefühl, daß auch Line seit einiger Zeit ihren dunklen Kopf in beide Hände gestützt hatte und hinter dem offenen Fenster auf das Meer und die Wiesen hinausschaute.

Ein schlaffer Tanggeruch kam vom Wasser. Auf der Oberfläche schossen Scharen von Möwen umher und spritzten zuweilen mit ihren Fängen glitzernde Tropfen in die Höhe. Aus den sonnenumdunsteten Binsen drang eifriges Gezirpe von Grillen und Heimchen.

Hann nahm ein zweites Netz zur Hand. Dabei fiel ihm auf, wie unausgesetzt seine Gefährtin in den wolkigen Dunst hineinstarrte, als ob sie versuche, weit, weit über das verschleierte Meer zu spähen.

»Ob sie nun wohl an ihn denkt?« fragte er sich beklommen, »an den Mann, der so schlecht gegen sie gehandelt hat?«

Wie oft hatte er sich schon mit geheimem Bangen diese Frage vorgelegt! — Aber das Verhalten Lines erteilte keine Antwort darauf. Gänzlich schien sie den Fernen vergessen zu haben. Sie sprach nie von ihm. Hann überkam wieder das Mitleid mit ihr.

»Willst du nich rauskommen, Lining?« fragte er.

Sie schüttelte das Haupt.

»Es is doch recht schön hier draußen,« drängte er weiter. Allein sie lehnte ab. Sie wolle nicht draußen sitzen, wo sie alle Leute sehen könnten.