»Ja, aus dem Leben so die Frömmigkeit zu ziehen, das is woll das Wahre.«
Dabei nickte er versonnen in sich hinein.
Eine Zeitlang hörte Line draußen kein weiteres Wort. Und wieder mußte sie spöttisch darüber die Lippen verziehen, weil die beiden über nichts weiter zu verhandeln hätten, als über Kranke und über Beten.
»Pfui,« raunte sie vor sich hin, »es riecht ordentlich nach Klinik. Das ist mal eine langweilige Person.«
Aber gleich darauf preßte sie von neuem das Ohr an das Schlüsselloch, denn sie vernahm, wie Klara nach einigem Zögern ihren ehemaligen Verlobten nach seinem Leben, seinen Plänen, seinem Dasein fragte.
»Jetzt kommt's,« dachte Line, »sie ist gar nicht so dumm.«
»O Klara,« erwiderte Hann, »wie gut das von dir is, daß du dich danach erkundigst.«
»Wieso, Hann? — Mir ist es, als wenn ich mich immerfort um dich kümmern müßte.«
Er atmete auf, dann entgegnete er erfreut: »Ganz genau so geht es mir mit dir, Klara.«
»Das weiß ich, Hann, und ich kann auch nicht aufhören, dir herzlich gut zu sein.«