Aus Lines Ecke dringt ein Atemzug, und Hann sieht bekümmert, wie flackernd die dunklen Augen aus dem blassen Gesicht hervorbrennen.

Sie rückt sich zurecht: »Hann, hörst du, wie es an die Scheiben tickt?«

»Es is Schnee, Lining.«

»Er hat die Fenster schon ganz verklebt.«

»Ja, Lining, ich seh' nur die lütte Stube und dich.«

Sie rückt noch tiefer in die Ecke und starrt auf ihn hin. Dann stützt sie die Ellbogen auf beide Knie, und während sie zusammenschauert, vielleicht vor Frost, fragt sie rasch: »Hann, weißt du, woran ich jetzt denke?«

»Nein, Lining, wie soll ich?«

Jetzt deckt sie langsam die Augen zu: »Hann, ich meine, wenn ich früh gestorben wär', hätt' ich viel Schlimmes nicht erlebt. — Du auch — wir beide — armer Hann.«

Es ist das erstemal, daß sie das Wort sagt, das sie nicht mehr verläßt. Er zuckt zusammen und blickt scheu zu der Zusammengesunkenen hinüber. Ihre Worte, so seltsam, haben sein Herz mit einem Dorn zerrissen und doch gleichzeitig das Blut mit einem weichen Blumenblatt fortgenommen.

Aber sie hat den ihr so Nahen längst wieder vergessen.