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Um sechs Uhr nachmittags kam ein fremder Mann zu Hann, der einsam mit seinen schweren Wasserstiefeln an der Wiege des Kindes saß. Der Fremde blieb eine geraume Zeit. Als später Frau Fiek in ihre Küche trat, fiel es ihr auf, wie ihr Mieter noch immer gebückt neben dem kleinem Lager harrte, mechanisch mit dem Fuß den Gängel tretend, einen Bogen Papier in der Hand und verstört darauf niederschauend.

Frau Fiek wurde neugierig.

»Hann, was liest du da?«

Wohl horchte der Mann nach dem Klang der Stimme, aber den Sinn schien er nicht zu fassen. Erst ganz spät tönte es zurück: »Einen Brief.«

Das sah Frau Fiek selbst, deshalb zuckte sie über Hanns Dummheit ein wenig die Achseln, denn gar zu gern wollte sie mehr wissen.

»Von wem is der woll?« examinierte sie freundlich lächelnd weiter und streckte zutraulich die Hand aus, als hoffe sie, eine Ecke des Schreibens zu erwischen.

»Von weit her,« erwiderte Hann, noch tief in seinen Gedanken, und dabei faltete er still das Papier zusammen und steckte es zu sich.

»Kuck, wie schlau,« platzte die Riesin heraus, als das Ersehnte in der weiten Tasche verschwand. Aber nach einiger Zeit grinste sie wieder und fragte recht herzlich, ob Hann etwa eine Erbschaft gemacht oder vielleicht etwas gewonnen hätte.

»Wie würd' ich mich freuen,« setzte sie hinzu, wobei sie sich den Mund wischte. »Und es is nich etwa deswegen, weil du uns noch zehn Taler schuldig bist, Hanning. Ne, das mußt du nich glauben. Man ja nich.«