Dabei nahm sie die Küchenlampe vom Herd und leuchtete ihrem Mieter ins Gesicht. Aber wie erschrak sie, als dieser seine Augen gegen sie erhob. Da sprach nichts von Freude, wohl aber erkannte die Erfahrene Gram, Verzweiflung und völlige Ratlosigkeit. — Und wie faltig die Furchen sich in diesem frühgealterten Gesicht eingegraben hatten.

Jetzt stand er auf, schwerfälliger als sonst, sah sich um und griff an seine blaue Schifferjacke, bis er das Papier knistern hörte. Dann nickte er. Plötzlich sagte er etwas. Mit einer Stimme, die nur dumpf aus der Brust schlich.

»Frau Muchow?«

»Jawolling?«

»Wird es mit Line besser werden?«

»Hann, wer kann das sagen? — Aber mir will es bald so vorkommen.«

»Ja — ja.«

Nochmals beugte er den schweren Kopf, dann blickte er lange vor sich nieder. »Ja, ja, nun wird sie gesund werden und wieder wie früher, und ich hab' — — —«

»Was hast du?« drängte rasch die Frau, als er stockte. Aber geschah es, weil unvermutet vom Meere etwas heulte, oder war es, weil das Kind laut schrie, Hann schüttelte den Kopf und warf nur hin: »Sehen Sie hier ein bißchen nach dem Kind, Frau Muchow, ich will noch raus und mein Boot höher ziehen. Wer weiß, was heut nacht geschieht? Vielleicht kriegen wir noch was.«

Damit stülpte er sich die Mütze auf und ging Schritt für Schritt in die Dunkelheit.