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Das war eine böse Stunde, die über Hann eingebrochen war.
Der Teufel focht mit dem lieben Gott, alles was Gutes in ihm lebte, war von Nacht zugedeckt, von allen Seiten stürmten die bösen Geister heran, in den Krallen die roten flatternden Fähnchen der Sünde, als wollte jeder zuerst in diesem stillen, reinen Herzen das höllische Banner aufpflanzen.
Er saß auf dem Kiel des Bootes, das er fast bis unter die Mauern des Katens geschoben hatte, und wie in ihm, so tobte auch draußen eine lärmende, unheimliche, nicht erkennbare Nacht.
Was knallte dort?
Schüsse?
Da und dort, von überall her drang das dumpfe Platzen; mächtiger, immer länger, bis es ein Donner ward, wie wenn eine Schlachtflotte den Katen, in dem Line lag, und die Küste und die ganze Welt in Trümmer schießen wolle.
Und über Hanns Lippen flog ein schweres, fast unheimliches Grinsen: Gut, gut, wenn das Eis so platzte, war dann nicht schon öfter die Flut hinterhergedrungen? Erst vor zwei Jahren war doch auf dem Darst eine kleine Halbinsel mit Menschen und Vieh zur Winterszeit verschlungen worden?! — Gut, gut, was aber schadete das? — Dann ging der Katen unter, mit allem, was drinnen hauste, dann war es morgen hier still, dann hatte er eben den Brief, dies verfluchte Papier, das drinnen in seiner Tasche bei jeder Bewegung knisterte, nicht mehr abgeben können, dann war er zusammen mit ihr untergegangen, und keiner hatte mehr etwas zu fordern. — Ne, keiner!
Bei dem Gedanken, daß dort hinten, weit hinter der Nacht, jemand lauere, der ihm das fortnehmen wollte, was er mit seinen plumpen, fiebernden Händen auch über den Abgrund festgehalten, da hob Hann plötzlich in Wildheit die Faust und schüttelte sie drohend gegen das schwarze, lärmende Meer!
Es war eine rohe, gewaltsame Bewegung.