»Du — du Halunk. — Was willst du? — komm ran — komm bloß ran — dann wirst du mir ja nich mehr lang im Weg sein. Was? Hast sie nich schon einmal in Schande gebracht? Möchtst sie nun wohl ganz zugrund richten, wie?«

Drüben auf der See riß etwas — ein langer, weiter Spalt mußte es sein, der sich auftat. An der Molenmauer krachte es.

»Immer näher kommt's,« murmelte Hann, »da — da fliegen schon die Eisstücke; und nun — das muß das Wasser sein, was da durchbricht. Da schäumt etwas, da an dem Steg; der wird nich lange halten — ganz gut — ganz gut —«

Auf ihrem Lager in der Kammer richtete sich Line in die Höhe, schneebleich war sie vor Erwartung und Furcht geworden, und doch rief und forderte sie immer wieder, Klara solle das Rouleau fortziehen, hinaus müsse sie spähen können, nach draußen, woher der Donner rollte. Nichts nützte es, daß die Pflegerin die Hände rang und anführte, daß draußen nichts als Dunkelheit herrsche.

»Das schadet nichts, Klara, dann will ich hören —«

»Mein Gott, Lining, fürchtest du dich denn nicht?«

»Ja, ja, ich fürchte mich — aber zieh fort — ah jetzt.«

Das Rouleau war in die Höhe gegangen.

Sie erhob sich aus den Kissen und starrte mit aufgerissenen Augen hinaus. Draußen ritt Hann auf dem Kiel des Bootes, lehnte sich an die Mauer des Katens und hielt sich an einem Vorsprung fest.