Leise, verstohlen begann der Wind zu ziehen — allmählich wurde ein Winseln daraus. Ein heftiger Zug fuhr um die Hausecke und schüttelte Hanns Schifferjacke, so daß Brunos Schreiben drinnen knisterte und rauschte.
Verfluchter Zettel — willst du wohl still sein?
Am besten wär's, er zerrisse ihn, dann wüßte keiner etwas davon. »Aber,« so tönte eine ganz ferne Stimme, »wenn der andere nun doch, wie er schrieb, von Reue erfüllt wäre und wieder hinauf wollte und Line ihm dazu nötig wäre, Line und das Kind — von dem er nichts ahnte — was dann?«
Der Schiffer fuhr sich in die Haare.
Hölle und Teufel, wem gehörte sie denn eigentlich — ihm oder dem Fernen, der sie betrogen, der sie unglücklich gemacht — —?
»Ich find' da nich raus,« schrie er auf, »wenn Gott mir nich helfen will, dann soll der Teufel kommen, dann soll er kommen.«
Und er kam.
Leiblich, mitten in der donnernden Nacht.
Was war das?
Von dem Fenster, hinter dem Line lag, hob sich etwas, ein gelber Lichtschein fiel heraus, fort über den Bootskiel, fort über den trüben Schnee, fort über die nasse, kotige Wiese, bis hinab, wo etwas Unheimliches, Rauschendes plätscherte. Und der Teufel nahm Hann, so daß er auf dem Kiel fortkriechen mußte bis zum Fenster, und daß er sich duckte und hineinstarrte.