D. Red.

[22] A. N., S. 129; M. N., S. 1b.[23] C., S. 45 f. Vgl. unten Urkunde A.[24] A. N., S. 142; M. N., S. 1 b; N. R., S. 113.[25] O., Nr. 26. Vgl. unten Urkunde B.[26] M. N., S. 11 b.[27] A. N., S. 195, 197 b; N. B. 364; 559; M. N., S. 14 a.[28] A. N., S. 195; N. R., S. 559.[29] C., S. 49; A. N., S. 140. Vgl. unten Urkunde C.[30] M. N., S. 15 b.[31] Kämmerei-Sachen. Act. XVII, 1, S. 77 f.

Zur Miniaturmalerei des 14. Jahrhunderts.

Von Dr. A. von Eye.

(Hierzu eine Beilage.)

Bekannt ist das Miſsverhältniſs, in welchem, im Gegensatze zur neueren Zeit und in Bezug auf die Wissenschaft, im Mittelalter Kunst und Künstler zu einander stehen. Auf der einen Seite, aus Bürger-Gildenbüchern und anderen Urkunden entnommen, zahlreiche Namen ohne eine einzige Leistung, welche mit Sicherheit diesem oder jenem zuzuschreiben wäre; auf der anderen noch mehr Werke, von denen wir kaum genau wissen, in welche Gegend sie zu versetzen sind. Im groſsen Ganzen der mittelalterlichen Kunst die tiefste Innerlichkeit, reinster Erguſs des verborgenen Seelenlebens, vollkommenste Verkörperung des allgemeinen Zeitgeistes im anschmiegenden Wesen der Persönlichkeit und doch wieder zur Erklärung all der so geheimniſsvollen wie bedeutsamen Erscheinungen nichts als den Geist der Zeit im Allgemeinen, kaum irgendwo die Kenntniſs engerer Verhältnisse, die damals die künstlerische Entwicklung fördern und richten halfen. Weniger glücklich als die Geschichte unserer Literatur, die längst begonnen hat, dem Verhältnisse des Dichters zum Dichtwerke die feinsten Reflexe abzugewinnen und diese zur Beleuchtung beider, wie ihrer Epoche, zu verstärken, muſs sich die ältere Kunstgeschichte mit wenigen Ausnahmen noch darauf beschränken, Stoff zusammenzutragen, dem Gebiet der Forschung die äuſseren Grenzen zu bestimmen und oberflächliche Eintheilungen zu machen.

Daſs diesem Sachverhalte gegenüber auch der kleinste Beitrag der Specialforschung nicht zurückzuweisen ist, dürfte einleuchtend sein. Auch auf das Gebiet der Miniaturmalerei sich zu begeben, hat jene gewiſs das Recht, seitdem erwiesen ist, daſs die groſse Epoche der van Eyk kaum etwas Anderes als letztere zum Ausgangspunkte gehabt. — Schon im ersten Bande des Anzeigers gaben wir über einen Augsburger Miniaturmaler v. J. 1487 Bericht, dem wir hier nachträglich anfügen, daſs der dort noch Joh. Gutlinger entzifferte Name, mit mehr Wahrscheinlichkeit Giltlinger zu lesen ist, welche Lesung durch die Schrift selbst nicht ausgeschlossen wird, so daſs der Maler einer auch sonst in Augsburg vorkommenden Künstlerfamilie sich einreiht. Diesmal weisen wir auf zwei benannte Miniaturmaler aus dem 14. Jahrhundert, von deren Hand sich Arbeiten ebenfalls in der Sammlung des germanischen Museums befinden.

Miniatur Z. Anz. f. K. d. d. V. 1866. Nº 4.

Nicht nur den Namen, sondern auch das Bild des Einen finden wir auf dem Groſsfolioblatte eines Plenariums, welches das Officium der heil. Agnes enthält. Auf dem mittleren Stabe des verzierten Initials M, mit welchem dasselbe beginnt, hat der Schreiber die Heilige selbst und daneben sich in anbetender Stellung dargestellt. Ein von seinen zusammengelegten Händen ausgehendes fliegendes Band nennt ihn: frater mathyas minor dictus stamler. — Da die beiliegende Durchzeichnung das Bild nur in schwarzen Umrissen wiedergibt, die Farbe aber einen um so wesentlicheren Bestandtheil desselben bildet, je mehr der ornamentale Charakter darin vorherrscht, lassen wir eine kurze Beschreibung desselben folgen.

In den zu ziemlich breiten Feldern erweiterten Grundstrichen des groſsen Buchstaben ist der mittlere Raum zur Aufnahme einer Verzierung von Gold herausgenommen, während eine Randleiste von der Dicke der schmaleren Linien übrig bleibt, die, wie letztere, mit über Eck gestellten Farben roth und blau coloriert ist. Abwechselnde kleine, goldene Schilde und schwarze Ringe nebst einem Spiele von weiſs aufgesetzten Lichtern beleben diese Farbenzusammenstellung, in welcher, was nicht unbemerkt zu lassen sein dürfte, wir genau dieselbe wiederfinden, die bis zum Ausgang des Mittelalters bei Bemalung des ornamentalen Theiles plastischer Kunstwerke vorherrschend in Anwendung gebracht wurde. Die im Innern ausgeschiedenen Felder sind mit Beibehaltung einer heraldischen Stellung der Farben roth und grün getheilt; die darauf angebrachten Ornamente aus abenteuerlichen Thier- und Blattformen zusammengesetzt. Der Raum innerhalb des geschlossenen Initials, der, in vier Felder geschieden, ganz mit geschupptem und in Schneckenwindungen sich an einander schlieſsendem Riemenwerk ausgefüllt ist, bietet auf den abwechselnd roth und violett tingierten Flächen den Platz für vier Medaillons, von welchen eines eine rothe Rose, zwei goldene Bestiarien aufweisen und deren viertes dem anbetenden Franziskanerbruder die Stelle eingeräumt hat. Vier ähnliche, an der Auſsenseite des Buchstabens angebrachte Medaillons ergänzen dessen Rundung zu einem Quadrat, während zur Füllung der übrig bleibenden Lücken das Riemenwerk des inneren Raumes hervorgenommen worden, das indeſs hier seine Gestalt mannigfach wandelt oder zu Schreiberzügen sich löst. — Die heil. Agnes, vor dem mittleren Stabe des Initials dargestellt, trägt ein blaſsrothes Kleid unter hochrothem, hermelingefüttertem Mantel, eine goldene Krone auf hellgelbem Haare und das Lamm in einer Art Nimbus auf dem linken Arme, während sie die Rechte mit vorgestrecktem Zeigefinger zu dem Betenden neigt. Der Heiligenschein ist, ohne Zweifel, um nicht Gold neben Gold zu stellen, purpurfarben gehalten und trägt eingezeichnete Orna mente. Der verehrende Künstler ist mit dem aschfarbenen Gewande und dem Knotenstrick seines Ordens angethan. Ob die auffallende Erscheinung, daſs das Ornament des Hintergrundes, welches an die Umrisse der Figur der Heiligen überall genau sich anschlieſst, von der seinigen rund umher durch eine weiſse Zwischenfläche geschieden ist, eine Bedeutung habe, ob vielleicht, wenn der klösterliche Zeichner dieser Verzierung die Bedeutung des alten Goldgrundes und des himmlischen Glanzes beilegte, der durch die vornehme heraldische Theilung seiner Felder etwa noch erhöht erscheinen sollte, derselbe demüthig sich einstweilen davon als ausgeschlossen betrachtet zu wissen wünschte, wollen wir dahingestellt sein lassen.