Der Halsausschnitt ist rings um mit breiter Verzierung versehen, die, in Gold und Perlen auf rothen Grund gestickt, dem Rationale der Bischöfe entspricht.
Die Aermel haben am weiten Oberarme einen gestickten Streifen und auf violettem Grunde eine Reihe von sich wiederholenden phantastischen Thieren. Am Vorderarme sind die Aermel eng und gleichfalls mit einem gestickten Saume versehen.
Zu diesen beiden Gewändern gehört ein drittes, der eigentliche Kaisermantel, der sich gleichfalls als Arbeit arabischer Sticker zu erkennen gibt. Der Grundstoff ist rother Zendal, der genau dem entspricht, welcher die Säume der tunicella bildet. Derselbe zeigt in trefflicher Stilisierung, symmetrisch angeordnet, je eine Hälfte des Mantels füllend, auf jeder Seite einer Palme einen Löwen, der ein Kameel zu Boden geworfen hat. Den Rand füllt eine maurische Inschrift aus, die besagt, daſs der Mantel zu Palermo im Jahre 523 der Hegíra (also im Jahre 1133) angefertigt wurde. Die Gewänder wurden von Heinrich VI., als er das Erbe seiner Gemahlin Constanze, Sicilien, antrat (1195), mit einer groſsen Zahl anderer Kostbarkeiten nach Deutschland gebracht und gelangten wahrscheinlich zu den Reichskleinodien, als Friedrich II. bei dem Verluste von Vittoria auch die älteren Kleinodien verlor. Der Zeit Heinrich’s VI. gehören die Handschuhe an, die, obwohl gleichfalls saracenische Arbeit, sich doch durch den Adler in der inneren Handfläche als für Deutschland gearbeitet zu erkennen geben. Dem Schlusse des 13. Jahrhunderts gehört die Stola an und wird von Bock als norditalienisch betrachtet; die Schuhe und Strümpfe dagegen entstammen wiederum dem maurischen Sicilien. Von Gürteln sind noch 2 vorhanden: ein breiter, gröſserer, der, dem Schlusse des 12. Jahrhunderts angehörend, aus einer breiten Goldborte besteht, die einzelne Thiergestalten als Musterung zeigt, während die Ränder die lateinische Inschrift enthalten: CRISTVS RIEHGNAT CRISTVS INQPARAT DEVS. Derselbe könnte als Träger des Schwertes betrachtet werden, während der zweite, schmale, aus blauem Seidenstoff mit Filigranverzierungen besetzt, den Murr nicht gekannt und abgebildet hat, zur Schürzung der Alba gedient haben dürfte.
Unter den metallischen Kleinodien ist zunächst die Krone zu nennen, die gleichfalls nicht in die Tage Karl’s d. Gr. hinaufreicht, sondern von Bock als italienische Arbeit vom Schlusse des 11. und Beginn des 12. Jahrhunderts betrachtet wird. Sie besteht aus 3 Theilen: einem Streifen, der aus 8, oben halbrunden Schildchen zusammengesetzt ist, von denen 4 reich mit Edelsteinen bedeckt sind, 4 aber Emailbilder zeigen: 1. die Majestas Domini, 2. König Ezechias und den Propheten Jesaias, 3. David, 4. Salomo. Als selbständiger 2. Theil ist das reich mit Edelsteinen besetzte Kreuz zu betrachten, als 3. der Bügel mit der Inschrift: CHVOռRADVS · DEI GRATIA ROMANORV̄ IMPERATOR AVG., den Bock Conrad III. zuschreibt. Wir brauchen im Uebrigen dem Verfasser nicht auf das Gebiet der Hypothesen über die Geschichte dieser Krone zu folgen.
Der Reichsapfel, aus glatten Goldblechen bestehend, wird durch einen horizontalen Streifen in 2 Halbkugeln getrennt, während 2 breitere Streifen, mit Filigran und Steinen besetzt, die Kugel senkrecht in 4 Theile zerlegen. Auf der Spitze steht das mit Filigran und Edelsteinen geschmückte Kreuz. Bock hält denselben für sicilische Arbeit des 12. Jahrhunderts.
Das Scepter gehört dem 14. Jahrhundert an und wird von Bock Karln IV. zugeschrieben.
Noch befinden sich zwei weitere einfache Reichsäpfel und ein zweites Scepter bei den Kleinodien, das wohl ehedem als Aspergill gedient hat.
Von den vorhandenen drei Schwertern stellt sich das eine, das als St. Karl’s Schwert bezeichnet ist, durch seine künstlerische Ausstattung als zu den stofflichen Ornatstücken gehö rig heraus und läſst sich in den Schluſs des 12. Jahrhunderts und nach Sicilien versetzen. Die Scheide, der Haupttheil des Schwertes, ist von oben nach unten durch eine Anzahl über Eck gestellter, quadrierter, emaillierter Metallbleche besetzt, zwischen denen in den Ecken ein Filigrangrund angelegt ist. Perlenschnüre umfassen die Quadrate. Den unteren Abschluſs bildet ein halbrund geschlossenes Emailplättchen, den oberen ein Streifen. Das oberste der quadrierten Emailbleche enthält den deutschen Reichsadler; das Schwert weist also selbst darauf hin, daſs es für deutschen Gebrauch bestimmt ist (falls nicht das Plättchen erst des neueren Gebrauches wegen noch im Beginn des 13. Jahrhunderts zugefügt wurde), und auf Heinrich VI. oder Friedrich II. als diejenigen, für welche es in Sicilien angefertigt wurde. Der Griff des Schwertes stimmt mit der Scheide überein; nur der obere Knauf entstammt der Zeit Karl’s IV. und zeigt auf 3 Eckschildern einerseits den Adler, andrerseits den böhmischen Löwen. Das Schwert ist das Ceremonienschwert, womit der Ritterschlag vollzogen wurde.
Das zweite Schwert des „ heil. Mauritius “ hat eine metallene Scheide, die mit einer Anzahl getriebener Königsfiguren geschmückt ist, zwischen denen einzelne Emailplättchen angebracht sind; die Parierstange hat dieselbe Inschrift, wie der kaiserliche Gürtel; der Knopf trägt die Umschrift: Benedictus Dominus Deus qui docet manus. Zwei herzförmige Schilde am Knauf zeigen den kaiserlichen Adler, sowie die Hälfte desselben combiniert mit den drei schreitenden Löwen, dem Abzeichen der alten Erblande des Herzogthums Schwaben.
Das dritte Schwert endlich, das früher nicht zu Nürnberg aufbewahrt wurde, sondern dem Schatze zu Aachen angehörte, ist das Karln d. Gr. zugehörige, ihm von Harun-al-Raschid übersandte, ein Werk orientalischer Kunst, von Bock als persisch bezeichnet, wenn er auch den Ursprung bei der nicht vollkommenen Kenntniſs orientalischer Kunstwerke fraglich lassen will.